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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Der Aralsee liegt in Mittelasien im Tiefland von Turan in einer großen geologischen Depression umgeben von den Wüsten Kysilkum bzw. Karakum und dem gewaltigen Ust-Urt-Plateau.
  • Zwei große Zuflüsse speis(t)en den See, der jeweils ungefähr zur Hälfte zu den Staaten Usbekistan und Kasachstan gehört. Der Amu-Darja entspringt im Pamir-Gebirge, der Syr-Darja in den Ausläufern des Tienschan.
  • Seit 1960 ist das ehemals viertgrößte Binnenmeer der Erde auf deutlich weniger als 40 Prozent seiner ehemaligen Fläche und 20 Prozent seines ehemaligen Volumens geschrumpft.
  • Schuld daran sind u.a. gewaltige Bewässerungsprojekte für Baumwollplantagen und Reisfelder in der Region, die im Laufe des 20. Jahrhunderts vornehmlich unter sowjetischer Herrschaft gestartet wurden.
  • Aber auch der Bau des Kara-Kum-Kanals, der Verbindung von Amu-Darja in Richtung des Kaspischen Meeres, hat zur dramatischen Situation beigetragen. Er versorgt neben den anliegenden Großstädten und Industrien auch 500.000 Hektar Baumwollfelder mit Wasser aus dem Amu-Darja.
  • Alle diese Maßnahmen haben letztlich dazu geführt, daß die Wasserversorgung des Aralsees fast vollständig lahm gelegt worden ist.
  • Das Austrocknen des Aralsees führt u.a. zu klimatischen Veränderungen in der Großregion. So werden beispielsweise die täglichen und jährlichen Temperaturschwankungen in den letzten Jahrzehnten immer größer.
  • Die Fischindustrie am Aralsee hatte unter der Katastrophe auf dem ersten Blick am deutlichsten zu leiden. Wo vor 30 Jahren noch ein Hafen war, kann man heute nur noch rostige Schiffswracks finden.
  • Ebenso drastisch betroffen sind aber auch die Ökosysteme der Flußdeltas von Amu-Darja und Syr-Darja. Noch in den 60er Jahren bekannt für Ihre große biologische Vielfalt in Fauna und Flora, sind heute allenfalls minimale Reste dieser Bereiche übrig geblieben. Der Aralsee und seine nähere Umgebung sind biologisch so gut wie tot.
  • Wissenschaftler und Politiker versuchen mit verschiedenen Maßnahmen die weitere Verlandung zu stoppen und den See in seinem heutigen Umfang zu erhalten. So wird dem Aralsee seit 1986 über die Abflüsse aus der Bewässerung gezielt wieder Wasser zugeführt. Als Wasserstraßen dafür dienen bis zu 1500 km lange Kanäle, die beispielsweise von Samarkand aus Wasser sammeln und in den Aralsee transportieren.
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Stand: 21.01.1999

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Aralsee
Chronik einer anthropogen verursachten Katastrophe

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Der Aralsee
Geographische Daten und Fakten

Chronologie der Verlandung
Ein "Man-made Disaster"

Der See schrumpft
Das Ausmaß der Katastrophe

Kontinentalität und weniger Grün
Die klimatischen Konsequenzen der Katastrophe

Kollaps von Natur und Industrie
Ökologische und ökonomische Folgen der Verlandung

Das Leid der Menschen...
Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewölkerung

Rettung für den Aralsee?
Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

Neues Wasser für den Aralsee
Speisung und Wassersparen als Lösung?

Trinkwasser für alle?
Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit

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