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Das Wichtigste In Kürze

Überblick

  • Am Morgen des 16. Februar 1962 erreicht das Tief „Vincinette – die Siegreiche“ die Nordsee. Der Nordwest-Sturm mit Böen bis Windstärke zwölf treibt das Wasser weit in die Deutsche Bucht hinein. Der Sturm staut das Wasser an der Küste auf, eine Fernwelle aus dem Atlantik kommt hinzu – eine Sturmflut entsteht.
  • Hamburg ist von der Flut besonders betroffen: Auf dem Höhepunkt der Flut, zwischen Mitternacht und 03.00 Uhr nachts, steigen die Pegel in Hamburg St-Pauli auf 5,70 Meter – höher als jemals zuvor. Allein in Hamburg brechen 60 Deiche, 30.000 Menschen werden obdachlos, 317 Bewohner der Stadt sterben in den Fluten. Ein Sechstel der Stadt steht unter Wasser.
  • Sturmfluten sind besondere Fluten. Wenn ein Sturm aus nordwestlichen Richtungen auf der Nordsee weht, werden die Wassermassen förmlich Richtung Küste getrieben. Die Gezeitenwellen nehmen das Wasser Huckepack und rasen auf die Küste zu. Kommen noch einige andere Faktoren ist eine Sturmflut nicht mehr zu verhindern.
  • Mehrmals täglich erstellen Meteorologen speziell auf die Sturmflutgefahr abgestimmte Wetter-Prognosen. Sie basieren auf Wetterdaten, Klimamodellen und Berechnungen der Gezeiten.
  • Liegen die Prognosen 1,5 bis 2,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser (mHW) wird eine Sturmflutwarnung ausgegeben. Auf die Gefahr einer „schweren Sturmflut“ weisen die Wissenschaftler hin, wenn die Voraussagen bei 2,5 bis 3,5 Metern über mHW liegen. Sollten die Wasserstände diese Marke noch überschreiten, muss vor einer „sehr schweren Sturmflut“ gewarnt werden.
  • Nach Ansicht von Meteorologen könnte sich eine Katastrophe wie 1962 möglicherweise wieder ereignen – allerdings nicht in nächster Zukunft. Noch gelten die Küstenschutzmaßnahmen als ausreichend – immerhin bis 2030.
  • Für 2070 bis 2100 aber sagen Klimaforscher einen deutlichen Anstieg des Meeresspiegels in der Deutschen Bucht voraus. Ursachen sind die globale Erwärmung und das schmelzende Eis der Polregionen. Dazu kommen 20 bis 40 Zentimeter Anstieg der Sturmwasserhöhen, so dass Sturmfluten bis zum Ende des Jahrhunderts insgesamt 30 bis 110 Zentimeter höher auflaufen könnten als heute.
  • In den letzten tausend Jahren sind an der Nordsee immer wieder Sturmflutkatastrophen aufgetreten, die zahlreiche Toten und/oder Sachschäden in Milliardenhöhe gefordert haben. Allein bei der Zweiten Marcellusflut, der Groten Mandränke kamen im Jahr 1362 mehr als 100.000 Menschen ums Leben.
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Nadja Podbregar, Jens Oppermann, Dieter Lohmann
Stand: 16.02.2012

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Die große Flut - Hamburg 1962
Kann sich die Katastrophe wiederholen?

Überblick
Das Wichtigste In Kürze

Zum Weiterlesen
Links zum Thema Sturmflut in Hamburg

„Land unter“ in Hamburg
Die Nacht der Flut

Was machte diese Flut so verheerend?
Der historisch-meteorologische Hintergrund

Vorhersage einer Sturmflut
Wetter- und Wasser-Experten im Einsatz

Sturmflutwarnung
„Uns geht kein Sturm mehr durch die Lappen“

MUSE erforscht Extremsturmfluten
„Das physikalisch mögliche ist noch nicht eingetreten!“

Wie lange reichen die Deiche noch?
Klimawandel lässt Sturmfluthöhen um bis zu 110 Zentimeter ansteigen

Sturmfluten: Fühlen sich die Hamburger zu sicher?
Sensibilität für Klimawandel nimmt ab

Wenn die Nordsee zum Killer wird…
Schwere Sturmflutkatastrophen und ihre Folgen

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