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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Jahr für Jahr sinkt der Wasserspiegel des Toten Meeres um einen Meter. Geht diese Entwicklung so weiter, wird das Tote Meer nach Angaben von Umweltschutzorganisationen in 50 Jahren völlig verlandet sein. Der See liegt mittlerweile bereits 417 Meter unter dem Meeresspiegel.
  • Schuld an diesem Desaster ist neben der hohen natürlichen Verdunstung aufgrund des Klimas vor allem der Mensch. Nur noch etwa zehn Prozent der früheren Wassermassen erreichen heute über die Flüsse und Wadis das Tote Meer. Und auch die Wassereinträge über die Oberfläche sind auf einen Bruchteil der ehemaligen Werte gesunken.
  • Verantwortlich für den hohen Wasserverbrauch in der Region ist beispielsweise der Tourismus. Eine halbe Million Besucher kam allein 1999 ans Tote Meer. Innerhalb von drei Jahren hat sich damit die Anzahl der Touristen mehr als verdoppelt. Neben Müllbergen, riesigen Abwassermengen und der Landschaftszerstörung durch den Bauboom bringt der Hype in der Tourismusbranche vor allem eins: einen gewaltigen Bedarf an Süßwasser. Tourismusexperten haben ausgerechnet, dass jeder Urlauber täglich bis zu 350 Liter Trinkwasser verbraucht.
  • Der größte Teil des Süßwassers fließt jedoch in Bewässerungsprojekte in der Landwirtschaft. Seit der Fertigstellung eines gigantischen Wasserleiters (National Water Carrier) vom oberen Jordan bis in die Negev-Wüste beutet vor allem Israel das Flusswasser in großem Umfang aus. Mehr als 500 Millionen Kubikmeter pro Jahr werden allein aus dem See Tiberias Jahr für Jahr abgepumpt.
  • Da zudem im Süden des Sees bei der Gewinnung von Heilmineralien wie Pottasche, Salz, Magnesium und Brom neben Energie ebenfalls große Mengen an Süß- und Meerwasser verbraucht werden, geht dem Toten Meer noch mehr Wasser verloren.
  • Die Folgen für die Natur sind fatal. Viele der Feuchtgebiete und Marschlandschaften, die früher unmittelbar am Ufer des Sees lagen sind mittlerweile verödet und zu salzüberzogenen Wüsten geworden. Da mit dem langsamen Verlanden des Sees auch der Grundwasserspiegel in der Region fällt, sind auch viele der zahlreichen natürlichen Quellen und kleineren Oasen in der Umgebung vertrocknet und die früher dort zu findenden Mikroökosysteme unwiederbringlich verloren.
  • Seit Jahren weisen Umweltschutzorganisationen wie Friends of the Earth Middle East (FoEME) in Kampagnen wie "Let the Dead Sea Live", in Pressemitteilungen und Fernsehberichten auf die Gefahr des Austrocknens des Toten Meeres hin, ohne dass von Seiten der Verantwortlichen irgendetwas Konkretes unternommen wurde.
  • Langfristiges Ziel von FoEME ist es, das Tote Meer über die UN als schützenwertes Biosphärenreservat und Weltkulturerbe ausweisen zu lassen und damit einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen in der Region den Weg zu bereiten.
  • Im Rahmen des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg wurde jedoch ein anderer Versuch zur Rettung des Toten Meeres auf den Weg gebracht. Jordanien und Israel gaben dort ein Abkommen bekannt, nachdem die beiden Staaten dem Toten Meer mithilfe einer Pipeline vom Roten Meer Frischwasser zuführen wollen…
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Stand: 06.09.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Totes Meer
Vom Salzsee zum Sandsee?

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Kurz vor dem Exitus?
Das Tote Meer in der Krise

Aufruhr im Untergrund
Wie das Tote Meer entstand...

Das Tote Meer stirbt
Ein Man-made Desaster

Eines der salzigsten Gewässer der Erde
Das Tote Meer in Zahlen

Fluch oder Segen?
Der Tourismus boomt

Von Bewässerung, Dämmen und Bodensenkungen
Selbstbedienungsladen Jordan

Zu viel selbst für Extremophile...
Die Natur vor dem Kollaps

"Let the Dead Sea Live"
Weltkulturerbe "Totes Meer"?

Am Tropf des Roten Meeres
Eine Pipeline soll das Tote Meer retten...

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