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Das wichtigste in Kürze

Überblick

  • Manganknollen sind in allen Ozeanen der Welt – meist in 4.000 bis 6.000 Meter Tiefe – zu finden. Vor allem im so genannten Perubecken vor der Küste Südamerikas, in einem mehrere tausend Kilometer langen „Manganknollengürtel“ von Hawaii bis Mexiko und im Indischen Ozean lagern sie in Massen im Sediment der Meeresböden.
  • Zwar bildet Mangan mit 20 bis 40 Prozent Anteil den Großteil der Knollen, mindestens genauso spannend sind für Rohstoffexperten aber die anderen chemischen Elemente wie Nickel, Kobalt oder Kupfer, die sich ebenfalls in den blumenkohlartigen Klumpen verbergen.
  • Auf mindestens zehn Milliarden Tonnen oder mehr taxieren Rohstoffexperten die Größe der Manganknollenfelder insgesamt. Damit könnte der Bedarf an bestimmten Metallrohstoffen im ganzen 21. Jahrhundert oder länger gedeckt werden.
  • Manganknollen sind Ausfällungsprodukte. Nicht -wasserlösliche Mangan-, Nickel- oder Kobaltverbindungen lagern sich dabei im Laufe der Zeit um einen winzigen Gesteinskern oder einen Haifischzahn an und bilden zwiebelartige Schichten aus.
  • Ein Tiefseebergbau und speziell die Förderung der Manganknollen könnte nicht nur wichtige Rohstoffe liefern, er birgt auch Gefahren für die Meeresumwelt. Neben direkten Folgen des Bergbaus wie zerpflügten Meeresböden und zerstörten Ökosystemen bedrohen vor allem Trübungswolken, die bei der Förderung der Knollen oder der Wiedereinleitung von Reststoffen entstehen, das Leben in den Ozeanen.
  • Seit 1994 überwacht die Internationale Meeresbodenbehörde alle Projekte im Rahmen des Tiefseebergbaus. Egal ob wissenschaftliche Studie oder Schürflizenz, dort werden alle Vorhaben zu Manganknollen ausführlich geprüft, beurteilt und dann genehmigt und mit Umweltschutzauflagen versehen oder abgelehnt.
  • Nach einer Boomphase in den 1960er und 1979er Jahren, in der die meisten Lagerstätten entdeckt und die notwendige Methoden zur Förderung der Manganknollen entwickelt wurden, steckt der Tiefseebergbau heute noch in den Kinderschuhen.
  • Die Ausbeutung der Manganlagerstätten, die in großen Meerestiefen, oft fernab jeder Küste im Boden warten, ist im Moment noch nicht rentabel. Dies liegt daran, dass der vor 30 bis 40 Jahren erwartete explosionsartige Anstieg der Preise für Metallrohstoffe ausgeblieben ist.
  • Eine großflächige Ernte der Manganknollen ist deshalb heute noch Utopie. Dies könnte sich aber schnell ändern. Sobald der Weltmarktpreis für metallische Rohstoffe – aus welchen Gründen auch immer – ansteigt, wird die Ausbeutung der Tiefseeknollen und anderer Rohstofflagerstätten im Meer wieder in den Mittelpunkt des Interesses rücken.
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Stand: 19.08.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Geheimnisvolle Manganknollen
Rohstoffjagd in Neptuns Reich

Überblick
Das wichtigste in Kürze

"Sprudelnde Quelle" für Rohstoffe?
Der Hype um die Manganknollen

Viel mehr als nur Mangan...
Ein Steckbrief der Tiefseeknollen

Mangan, Kobalt & Nickel
Die Bedeutung der Knollenrohstoffe

Mit "Kartofeelrodern" in die Tiefsee
Der Abbau der Knollen

Mit OMI auf Manganknollenjagd
Lohnt sich der Tiefseebergbau?

Tiefsee in Gefahr
TUSCH untersucht Auswirkungen der Knollenernte

Gibt es ein Leben nach dem Tiefseebergbau?
DISCOL simuliert Folgen des Manganknollenabbaus

Wolken in der Tiefsee
Lokaler Abbau – globale Folgen?

Neuer Boom oder ewige Flaute?
Der Tiefseebergbau steckt noch in den Kinderschuhen

Ein Grundgesetz für die Ozeane
Manganknollen als „gemeinsames Erbe der Menschheit“

Abbau möglich, aber unwirtschaftlich
Ein Interview

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

Manganknollen im Visier der Forscher
Tiefsee-Ressourcen könnten Buntmetallversorgung der Zukunft sichern

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Diamanten - Hochkarätiges aus dem Bauch der Erde

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