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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Die Azoren bestehen aus neun bewohnten Inseln mit knapp 250.000 Einwohnern, die weit verstreut zwischen 25 und 31° westlicher Länge und 37 und 40° nördlicher Breite im Atlantik liegen. Seit 1976 sind die Azoren weitgehend autonom, gehören aber weiterhin zum portugiesischen Staatsgebiet.
  • Trotz eines aufstrebenden Dienstleistungssektors, gehört die Landwirtschaft noch immer zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen der Insel. Für die Zukunft deutet sich mit dem Tourismus eine weitere, wichtige Einnahmequelle an.
  • Für das Wetter in Europa ist neben dem Azorenhoch auch das Islandtief verantwortlich. Unser wechselhaftes Wetter entsteht durch die ständige Neubildung von Tief- und Hochdruckausläufern von Island und den Azoren aus, die von den bei uns vorherrschenden westlichen Winden über Deutschland und Mitteleuropa hinweg geschickt werden.
  • In den letzten Jahren ist die Nordatlantische Oszillation (NAO) in den Mittelpunkt des Interesses vieler Klimaforscher gerückt. Der NAO-Index, der den Luftdruckunterschied zwischen dem Azorenhoch und dem Islandtief beschreibt, hat sich seitdem fast ständig erhöht.
  • Wie die Wissenschaftler ermittelt haben, sorgt ein positiver NAO-Index, dafür, dass kräftige Westwinde entstehen, die über dem Golfstrom viel Wärme und Flüssigkeit aufnehmen und nach Mitteleuropa transportieren. Milde, feuchte zum Teil sehr stürmische Winter wie in den meisten letzten Jahren sind dann die Folge.
  • Bei einem niedrigen NAO-Index, wenn demnach das Tief über Island und das Hoch über den Azoren schwächer sind als sonst, werden auch die Westwinde eher zu einem lauen Lüftchen. Aus dem Norden und Osten können dann polare Luftmassen weit nach Mitteleuropa vordringen.
  • Das Azoren-Archipel gehört zusammen mit Island, Ascension oder Jan Mayen zu den Makaronesischen Inseln. Sie sind die Spitze eines gewaltigen Gebirges unter Wasser, dem Mittelatlantischen Rücken, der sich an einigen Stellen mehrere tausend Meter hoch aufgetürmt hat und vulkanischen Ursprungs ist.
  • Neben dem Vulkanismus an divergierenden Plattenrändern sind auch Hot Spots, lokal begrenzte Stellen, an denen heißes Magma aus dem Erdmantel bis in die Erdkruste aufsteigt und sich wie mit einem Schneidbrenner bis zur Meeresboden durchschmilzt, an dem Entstehen der Inseln beteiligt.
  • Der vulkanische Ursprung der Inseln ist auch heute noch spürbar. Riesige Felder mit erstarrter Lava, zum Teil wieder mit üppiger Vegetation überzogen, Fumarolen, Schwefelquellen, (untermeerische) Grotten, Lavahöhlen und zahlreiche Vulkankegel prägen überall das Landschaftsbild.
  • Entdeckt wurden die Inseln im Jahre 1427 als der portugiesische Seefahrer Diogo de Silves – vermutlich auf der Rückreise von Madeira zum Festland – zum ersten Mal bei 37° westlicher Länge und 25 Nördlicher Breite auf Santa Maria und Sao Miguel landete.
  • Die frühen Seefahrer gaben dem Archipel auch den Namen „acores“ (portugiesisch „Habicht“), da sie die zahlreichen Bussarde, die auf den Inseln lebten, irrtümlicherweise für Habichte hielten.
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Stand: 02.05.2003

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Azoren
Wetterküche Europas

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Inseln an der Nahtstelle der Erdkruste
Die Azoren

Westlichster Zipfel der EU
Azoren - Autonom aber doch portugiesisch

Zwischen Vergangenheit und Moderne
Gesellschaft im Umbruch

Zwei Köche für die Wetterküche Europas
Azorenhoch und Islandtief im Duell

Ein Klimaschaukel macht Karriere
Die Nordatlantische Oszillation

Vier Jahreszeiten an einem Tag?
Wetterkapriolen auf den Azoren

Aus Feuer geboren
Die Geologie der Azoren

Von Suppenschüsseln, Eintöpfen und Geothermie
Die gewaltigen Kräfte aus dem Erdinnern

Idylle zwischen Hortensien und Fledermäusen?
Natur pur auf den Vulkaninseln

Wenn Bussarde zu Habichten werden
Die Geschichte der Azoren beginnt mit einem Versehen

Zwischen Walfang und Tankstopps für Transatlantik-Flüge
Über das Klischee von den vergessenenen Inseln

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

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