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Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Honigbienen haben eines der am höchsten entwickelten Verständigungssysteme hervorgebracht: die „Tanzsprache“. Mittels Vibrationen und Geräuschen, die bei der Bewegung entstehen, teilen sie sich beispielsweise ergiebige Futterquellen mit.
  • Ein ausgeklügeltes System der Arbeitsteilung (reproduktive Arbeitsteilung und Spezialistinnen für bestimmte Tätigkeiten) ergänzt dieses Kommunikationssystem und macht die Bienen so zu einer äußerst konkurrenzfähigen Art, die andere Tiere vertreiben kann.
  • Durch Verhaltensbeobachtungen in natürlicher Umgebung und anschließende molekulargenetische Untersuchungen konnten die Bienenforscher zeigen, dass keineswegs alle Bienen gleichermaßen in der Lage sind, Nestgenossinnen durch Tänze zu neuen Futterquellen zu lenken. Vielmehr gibt es ausgeprägte „genetische Spezialistinnen“ für den Schwänzeltanz.
  • Honigbienenvölker weisen im Allgemeinen eine höhere genetische Vielfalt auf als Familienverbände vieler anderer Arten, weil zwar die Arbeiterinnen alle von der gleichen Mutter, der Königin, abstammen, sich diese aber bei ihrem Hochzeitsflug mit etwa zehn bis 20 Männchen paart.
  • Bienen behandeln entgegen der Ergebnisse älterer Beobachtungen all ihre Genossinnen gleich: Konkurrenz oder Bevorzugung spielt unter den Arbeiterinnen nur ganz selten eine Rolle. Bei der Wegweisung zu neuen Futterquellen kooperieren die Tiere zum Beispiel ohne Einschränkung miteinander.
  • Die nächsten Verwandten unserer Honigbiene setzen auch den Bienentanz ein, um Stockgenossinnen zum Futtersammeln zu animieren.
  • Beim Vergleich der Verständigungssysteme der verschiedenen asiatischen Honigbienen zeigte sich, dass die akustischen Signale bei einer ursprünglichen Art noch nicht vorkommen. Es gibt Hinweise darauf, dass sie sich als Anpassung an das Sammeln und Tanzen unter ungünstigen Lichtverhältnissen bei Arten entwickelt haben, die auch nachts auf Futtersuche gehen.
  • Bei der Verständigung spielen chemische Signale (Duftstoffe) in den Nestern sozialer Insekten eine herausragende Rolle: Per Duft-Botschaft wird gewarnt und alarmiert, gelockt, erkannt und verführt, es werden Herrschaftsbereiche abgesteckt und ohne Einsatz physischer Gewalt geklärt, wer im stockdunklen „Superorganismus“ das Sagen hat.
  • Mehr als 30 pheromonale Signale sind allein von der Honigbiene bekannt; einen Teil nutzen Imker in aller Welt bereits, um regulierend in ihre Bienenvölker einzugreifen, zum Beispiel um Bienenschwärme anzulocken. Im Mittelpunkt des Interesses auf diesem Gebiet stehen derzeit pheromonale Signale, anhand derer Bienenarbeiterinnen mit der von ihnen zu versorgenden Bienenbrut kommunizieren.
  • Bei allen sozialen Insekten haben sich durch natürliche Selektion aus einfachen Signalen hoch komplexe Kommunikationssysteme entwickelt, die oft mehrere sensorische Modalitäten einschließen.
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Stand: 17.09.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Mit Bienen im Gespräch
Chemische und akustische Kommunikation sozial lebender Insekten

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Stumme Tänze wirken nicht
Die Choreographie der Bienentänze

Tanzgene bestimmen „Begabung“
DNA-Bruchstücke verraten Spezialistinnen für verschiedene Tänze

Vetternwirtschaft – nicht im Bienenvolk
Konkurrenz oder Bevorzugung kommt nur selten vor

Woher stammt das Verhalten?
Hören der Hummeln hilft bei Evolutionsforschung

Duft-Botschaften an die Brut
Pheromone als chemische Sprache der Bienen

Larven „rufen“ per Duft nach Nahrung…
…und Parasiten antworten darauf

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