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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Der Begriff Dendrochronologie heißt „Baumzeitkunde“ und leitet sich aus den griechischen Wörtern „dendros“ (Baum), „chronos“ (Zeit) und „logos“ (Lehre) ab. Die Methode nutzt die Jahresringe zur Altersbestimmung…
  • Nur Bäume in den gemäßigten Breiten bilden Jahresringe aus. Durch das helle Früh- und das dunklere Spätholz lassen sich die Baumringe gut unterscheiden und abzählen.
  • Der Begründer der Dendrochronologie ist Andrew Ellicott Douglass. Er entdeckte Anfang des 20. Jahrhunderts das Potential der Baumringe, als er eine Referenz für die Aktivität der Sonne suchte.
  • Dass die Jahresringe Rückschlüsse auf Wetter und Klima zulassen, hatte schon Leonardo da Vinci vermutet. Doch erst Douglass brachte die Kunst, Jahresringe verschieden alter Bäume zu einer ganzen Chronologie zu verbinden, zur Vollendung.
  • Das Grundprinzip der Dendrochronologie ist das Crossdating. Einen adäquaten deutschen Begriff gibt es nicht. Dabei werden die Ringmuster aus dem Holz von Bäumen unterschiedlichen Alters miteinander verbunden. Die Bäume müssen der gleichen Art angehören und aus der gleichen geographischen Region stammen. Die Baumringe alter und junger Bäume weisen teilweise identische Ringmuster auf und überlappen sich, so dass man eine sehr lange kontinuierliche Reihe von Jahrringen erhält.
  • So genannte Standardchronologien bilden die Grundlage der Altersbestimmung durch Baumringe. Sie dienen als Referenz für bisher undatierte Holzfunde. Die Ringsequenzen der Standardchronologie und das Holz unbekannten Alters werden verglichen. Die Stelle, wo die Ringmuster übereinstimmen, markiert das Alter des Holzfundes.
  • Mit der Methode lassen sich zum Beispiel Holzkohle oder Baumstrünke aus Mooren datieren, aber auch Schnitzereien, Musikinstrumente, Schiffsplanken oder Bauholz.
  • Baumringe ermöglichen eine absolute Datierung mit jahrgenauen Angaben zu Wuchszeitraum und Todesjahr des Baumes, von dem das Holz stammt.
  • Voraussetzung für die absolute Datierung sind Jahrringreihen, die lückenlos an die Gegenwart angebunden sind. Solche Reihen werden deshalb als absolute Chronologien bezeichnet.
  • Schwimmende oder schwebende Chronologien sind dagegen ohne Verbindung zur Gegenwart. Sie erlauben lediglich eine relative Datierung mit Aussagen wie „älter als“ oder „jünger als“, aber ohne konkrete Jahresangabe.
  • Die älteste Standardchronologie ist der Hohenheimer Jahrringkalender aus Moor-Eichen und Kiefern: Diese Jahrringreihe ist zur Zeit 12.483 Jahre lang. Daneben existiert noch eine schwebende Jahrringreihe, die die gesamte Chronologie auf über 14.000 Jahre verlängern könnte.
  • Baumringe sind so zuverlässig, dass sie als Eichmaß für die verbreitete C!4- oder Radiokarbondatierung dienen. Meist gilt erst ein durch die Dendrochronologie kalibriertes C14-Alter als aussagefähig.
  • Mithilfe der Jahrringe können regionale Klimabedingungen rekonstruiert werden, aber auch Einzelereignissen wie Lawinen, Buschfeuer oder Hochwasser.
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Stand: 05.11.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Dendrochronologie
Der Baum-Code

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Eine Sackgasse wird zur Pole-Position
Die Entdeckung der Baumringe als Klimaarchiv

Die Anasazi und ein Missing Link
Dendrochronologie - Die Geburt, Teil I

HH-39 – Der „Stein von Rosetta“ Nordamerikas
Dendrochronologie - Die Geburt, Teil II

Crossdating, ein unendliches Puzzle
Das Grundprinzip der Dendrochronologie

Ringzauber
Wie Bäume wachsen

Von Hochwässern, Lawinen und Buschfeuern
Baumringe als Datenspeicher

Der älteste Kalender der Welt
Der Hohenheimer Jahrringkalender

Der Methusalem unter den Bäumen
Die kalifornische Borstenkiefer

… Kontrolle ist besser
Baumringe als Eichmaß für die C14-Datierung

Wiederauferstehung eines Ur-Waldes
Der späteiszeitliche Paläowald Reichwalde

„Ein breiter Ring kann heißen ‚warm’, ‚kalt’ oder ‚kalt und Regen’“
Interview mit Ilse Boeren, Teil I

„Den Wäldern in Sibirien ähnlich“
Interview mit Ilse Boeren, Teil II

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