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Das Wichtigste in Kürze

Überblick

  • Im Gegensatz zu den Hochkulturen Ägyptens und Babyloniens kannten die Europäer zur Zeit der Jungsteinzeit und Bronzezeit keine Schrift. Einzige Zeugen ihrer Kultur und Geisteswelt sind daher die von ihnen erhalten gebliebenen Gräber, Alltagsgegenstände und Bauwerke.
  • Wie weit ihr Wissen um astronomische Gesetzmäßigkeiten reichte, und welche Rolle sie für ihr religiöses und alltägliches Leben, beispielsweise als Kalender, spielten, ist daher heute nur in Teilen bekannt. Wahrscheinlich ist aber, dass zumindest die ersten Ackerbauern bereits die Zyklen der Natur und auch des Himmels beachteten.
  • Die Sonnenwenden, die längsten und kürzesten Tage des Sonnenjahres, scheinen auch im Europa nördlich der Alpen schon vor mindestens 7.000 Jahren bekannt gewesen zu sein. Denn bereits das rund 5.000 v. Chr. erbaute Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt ist entlang der Richtungen, in denen an diesen Tagen die Sonne auf- oder untergeht, orientiert.
  • Das Hügelgrab von Newgrange in Irland, errichtet 3.150 v. Chr. gilt als eine der ältesten Megalithanlagen mit einem klaren kalendarisch-astronomischen Bezug. Hier fällt die Sonne nur am Mittwintermorgen für wenige Minuten in eine Grabkammer. Den Rest des Jahres herrscht Dunkelheit.
  • Auch die Wendepunkte und Zyklen des Mondes finden sich in den Monumenten der Steinzeit wieder. So ist der Steinkreis von Callanish auf der Insel Lewis der Äußeren Hebriden so ausgerichtet, dass von einer von Menhiren gesäumten alle aus gesehen der Mond bei seinem Untergang zur großen Mondwende über dem Steinkreis zu tanzen scheint.
  • Stonehenge, das vielleicht berühmteste Megalithbauwerk überhaupt, weist gleich eine Vielzahl von astronomischen Bezügen sowohl, auf die Sonne als auch auf den Mond auf. Die Auf- und Untergangspositionen der beiden Himmelskörper zu den Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen und Mondwenden spiegeln sich mehreren Sichtachsen sowohl im ersten Stonehenge der Jungsteinzeit, als auch im Anfang der Bronzezeit ergänzten Steinkreis wieder.
  • Ob Stonehenge darüber hinaus möglicherweise auch eine Art „Computer“ für die Vorhersage von Mondfinsternissen war, darüber herrscht keine Einigkeit. Zu dünn sind die Hinweise, zu unterschiedlich die Interpretationen. Bisher ist nicht einmal klar, ob die astronomischen Ausrichtungen tatsächlich zur Beobachtung dienten, oder eher eine Art rituell-symbolische Repräsentation des bekannten Wissens waren.
  • Noch umstrittener ist eine astronomische Deutung der Höhlenmalereien von Lascaux. Das vor rund 15.000 – 17.000 Jahren entstandene Bild eines Auerochsen mit sechs dunklen Punkten über dem Rücken interpretiert der Forscher Michael Rappenglück als eine Wiedergabe des Sternbilds Stier mit den Plejaden. Und auch in anderen Figuren meint er Sternbilder zu erkennen. Bisher steht er mit dieser Ansicht jedoch eher isoliert.
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Stand: 01.02.2008

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Astronomie der Steinzeit
Zwischen Sonnenwende und Siebengestirn

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

In einem Europa vor unserer Zeit…
Das Rätsel der vorzeitlichen Kulturen

Himmelskompass und Jahreskreis
Die Sonne als steinzeitlicher Richtungs- und Zeitgeber

2.000 Jahre vor Stonehenge…
Das Sonnenobservatorium von Goseck

Stierschädel mit Sternenbezug
Himmelswissen der Steinzeit älter als gedacht

Sternenkarten in der Eiszeithöhle
Astronomie in den Höhlenmalereien von Lascaux?

Tanzender Mond überm Stein
Die Anlage von Callanish und die Recumbent Stones

Vom Pfostenkranz zum Jahrtausendbauwerk
Die Anfänge von Stonehenge und ihre astronomischen Bezüge

Ein Hufeisen als Mondcomputer
Stonehenge als astronomisches Vorhersageinstrument?

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