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Tonnenweise Emissionen

Der Mensch und seine Quecksilberschleudern

Quecksilber kommt in der Natur sowohl in ungebundener als auch in gebundener Form vor. Häufig ist es in tieferen Sedimentschichten eingeschlossen oder geht stabile mineralische Verbindungen ein. Durch bestimmte natürliche Prozesse kann das Schwermetall allerdings frei werden und in die Atmosphäre gelangen: beispielsweise bei Vulkanausbrüchen, durch Erosion oder Waldbrände.

Kohlekraftwerke sind wahre Quecksilberschleudern. © Danicek/ thinkstock

Obwohl wir Quecksilber zunehmend aus unserem Alltag verdrängen, trägt aber auch der Mensch erheblich zu seiner Freisetzung bei. So gelangt das Schwermetall zum Beispiel durch Müllfeuer oder das Schürfen von Gold in die Luft. Die mit Abstand größte Emissionsquelle ist jedoch der Energiesektor: 20 Prozent des weltweit durch menschliche Aktivitäten emittierten Quecksilbers fallen allein als Abfallprodukt bei der Verbrennung von Kohle zur Stromerzeugung an. In Deutschland etwa gehen sieben Tonnen der jährlichen Emissionen auf das Konto von Kohlekraftwerken.

Von der Luft auf die Erde

Insgesamt gelangen durch den Menschen jedes Jahr zwei- bis dreitausend Tonnen Quecksilber in die Atmosphäre. Der Stoff kann in der Luft große Entfernungen zurücklegen und dabei rund um den Globus wandern – doch er bleibt nicht ewig dort. Mit Regen oder Schnee wird er über kurz oder lang zurück zur Erde transportiert und reichert sich dann in den Ökosystemen an.

Auch die Vegetation entfernt Quecksilber aus der Luft: Pflanzen speichern das Schwermetall in ihren Blättern. Forscher schätzen, dass das Laub der weltweiten Pflanzen jedes Jahr rund 1.000 Tonnen anthropogenes Quecksilber aufnehmen könnte. Im Herbst wird der Stoff allerdings wieder frei – mit den fallenden Blättern gelangt er in Böden und Gewässer.

Kieselalgen speichern große Mengen Quecksilber. © Elif Bayraktar/ istock

Algen als Speicher

Ein ähnlicher grüner Speicher existiert offenbar im Meer, wie Wissenschaftler kürzlich herausgefunden haben. Hier sind es winzige Algen, die das Schwermetall aufnehmen. Sterben diese Mikroorganismen, sinkt das Quecksilber mit ihren Überresten auf den Ozeanboden und reichert sich dort in hohen Konzentrationen an.

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Analysen von Bohrkernen zeigen, dass sich erst mit dem Beginn des Industriezeitalters beträchtliche Mengen des Schwermetalls in den sterblichen Relikten der Algen nachweisen lassen – ein deutlicher Beleg für die tragende Rolle, die unsere industrialisierte Gesellschaft in Sachen Quecksilber-Emissionen einnimmt.

Zunehmende Anreicherung

Schätzungen zufolge hat sich die zwischen Land, Atmosphäre und Ozeanen zirkulierende Quecksilbermenge seit der industriellen Revolution verdreifacht bis verfünffacht. Diese zunehmende Anreichung des Schwermetalls in der Umwelt kann für die Natur, aber auch für uns Menschen selbst zu einem echten Problem werden.

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Daniela Albat
Stand: 24.08.2018

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Quecksilber
Wundermetall und gefürchtetes Gift

Das "flüssige Silber"
Von Alchemisten und Mercuralisten

Von der Plombe bis zur Kathode
Quecksilberanwendungen heute

Tonnenweise Emissionen
Der Mensch und seine Quecksilberschleudern

Ein präsentes Gift
Von der Umwelt in unser Essen

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