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Ökologische Folgen des El Niño

Tohuwabohu im Ökosystem

Der El Niño verändert nicht nur Wetter und Klima weltweit, er beeinflusst auch die Lebensbedingungen vieler Pflanzen und Tiere und kann so ganze Ökosysteme umkrempeln. 1982/83 verwandelten starke Regenfälle die Küstenwüsten Ecuadors und Perus innerhalb von kurzer Zeit in ein fruchtbares, von Seen durchzogenes Grasland.

Küstenwüste und Salzseen in Peru © NASA

Die üppige Vegetation zog Schwärme von Grashüpfern und Grillen an, die wiederum unzähligen Kröten und Vögeln reiche Nahrung boten. In den neu entstandenen Seen fanden durch Überflutungen angeschwemmte oder vom Meer aus stromaufwärts gewanderte Fische eine neue Heimat – und wurden von den ortsansässigen Fischern begeistert begrüßt. Nach sechs Monaten fand der neue „Garten Eden“ allerdings ein schnelles Ende: Der El Niño ging und die Wüste kehrte zurück.

Doch so paradiesisch sind die Auswirkungen des El Niño nur selten. Die Regel sind eher vertrocknende oder im Regen ertrinkende Ernten, vergammelndes Saatgut oder durch Brände vernichtete Wälder. Für die meist ohnehin armen Länder in den betroffenen tropischen Regionen bedeutet dies nicht nur enorme wirtschaftliche Einbußen, oft droht sogar eine Hungersnot.

Hinzu kommt, dass die neu entstehenden Seen und angeschwollenen Flüsse nicht nur Fischen und Kröten einen neuen Lebensraum bieten, sondern auch Moskitos und anderen Krankheitsüberträgern. Als Folge nehmen Malaria, Cholera, aber auch verschiedene Viruskrankheiten zu.

Während die Moskitos wachsen und gedeihen, ergeht es vielen anderen Tieren der Tropen in El Niño-Jahren ziemlich schlecht. So kommt es während des El Niño in den Küstenregionen des Ostpazifiks immer wieder zu großen Fischsterben oder -wanderungen. Verursacht werden sie durch die erhöhte Wassertemperatur und das ausbleibende nährstoffreiche Tiefenwasser.

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Leidtragende der dezimierten Fischbestände sind nicht nur die Fischer, sondern vor allem auch die fischfressenden Vögel. Zoologen haben beobachtet, dass viele Seevögel in einem El Niño-Jahr ihr Nest verlassen müssen, sie abwandern oder sterben. Während des El Niño 1982/83 gingen allein in Peru bis zu 85 Prozent der Seevögel ein. Neben sintflutartigen Regenfällen und überschwemmten Nestern war vermutlich vor allem der Mangel an Futterfischen die Ursache.

Auch Korallen reagieren schon auf kleinste Veränderungen der Wassertemperatur. Erwärmt sich das Meer nur um wenige Grad, stört dies die empfindliche Symbiose zwischen Korallen und den in ihnen lebenden Mikroorganismen und ganze Korallenriffe gehen zugrunde. Während des El Niño-Jahres 1982/83 starben dadurch 90 Prozent der Korallen im Ostpazifik ab.

Auch wenn sich Pflanzen- und Tierwelt letztendlich doch immer wieder von den Umwälzungen des El Niño erholen und auch die betroffenen Länder sich und ihre Wirtschaft wieder in Gang bringen – es ist nur eine Frage der Zeit, bis das pazifische Pendel das nächste Mal ausschlägt und der El Niño wiederkommt…

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Stand: 23.08.2001

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

El Niño
Pazifische Klimakapriolen mit weltweiten Folgen...

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Zum Weiterlesen
Links und Literatur

Wenn das "Christkind" Amok läuft...
Was ist ein El Niño?

Was kommt, wenn er kommt?
Klimakapriolen im Gefolge des El Niño

Tohuwabohu im Ökosystem
Ökologische Folgen des El Niño

Ein unberechenbares Pendel
Auf der Suche nach den Ursachen

Dialog zwischen Ozean und Atmosphäre
Was sind die Auslöser des EL Niño?

Mit Blindheit geschlagen...
Folgenreiche Panne der El-Niño-Vorhersage 1982/83

"Fiebermessen" vor Ort
Das TAO/TRITON-Netz - Herzstück der Vorhersage

Was tun, wenn das "Christkind" bevorsteht?
Maßnahmen zur Vorbereitung auf den El Niño

Einem "kleinen Jungen" auf der Spur...
Chronologie der El Niños und ihrer Erforschung

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