Tönende Luft - scinexx | Das Wissensmagazin
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Tönende Luft

Wie und wo die Stimme entsteht

Die Lautsprache ist unser wichtigstes Mittel zur Kommunikation – und das Werkzeug dafür ist unsere Stimme. Schon Babys fasziniert es auszuprobieren, zu welchen stimmlichen Äußerungen sie fähig sind. Früh beginnen sie zu brabbeln, zu quietschen oder zu prusten, bevor sie später mit den ersten Worten experimentieren. Doch wie funktioniert Stimme eigentlich?

„Ein Ton ist ausgeatmete schwingende Luft, die zum Klingen gebracht wird – das Ergebnis eines komplexen Prozesses“, erklärt die Psychologin und Phoniatrie-Expertin Christiane Kiese-Himmel. So arbeiten beim Sprechen eine Vielzahl von Strukturen in Bauch, Brust, Hals und Kopf koordiniert zusammen. Das zentrale Nervensystem steuert und kontrolliert diese Abläufe.

Kehlkopf
Der Kehlkopf bildet das Zentrum der Stimmerzeugung. © ericsphotography/ istock

Vokaltrakt als Verstärker

Alles beginnt dabei mit der Atmung: Soll ein Ton entstehen, muss Luft durch den Kehlkopf fließen. Denn dort sitzt das Zentrum der Stimmerzeugung, werden die Stimmlippen in Schwingung versetzt. Diese von Schleimhaut überzogenen muskulären Gewebestrukturen sind im Volksmund als Stimmbänder bekannt, obwohl diese nur ein Teil der Stimmlippen sind.

Vom Kehlkopf strömt die schwingende Luft weiter durch Rachen, Mund und Nase. In diesem sogenannten Vokaltrakt verbirgt sich der eigentliche Klangraum. Er wirkt wie ein Verstärker und macht aus dem von den Stimmlippen erzeugten Geräusch einen gut hörbaren Ton. Die Bewegungen von Zunge, Lippen und Gesichtsmuskeln variieren die Stimme.

Individuell wie ein Fingerabdruck

Im Vokaltrakt entsteht auch der individuelle Stimmklang, die Klangfarbe. Zusammen mit typischem Tonfall und Sprachmustern macht dieser Klang unsere Stimme zu einem ganz persönlichen Erkennungsmerkmal. Sie ist so individuell wie ein Fingerabdruck – sogar polizeiliche Ermittler nutzen die Stimme, um zum Beispiel Entführer oder Erpresser zu identifizieren.

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Besonders charakteristische Stimmen merkt sich unser Gehirn schon nach dem ersten Hören. Doch oft prägen wir uns dabei nicht nur den Klang ein. Bestimmten stimmlichen Merkmalen schreiben wir automatisch bestimmten Eigenschaften des Sprechers zu, wie Studien zeigen. So wirkt eine tiefe Stimme kompetenter und durchsetzungsfähiger und macht Politiker erfolgreicher. Manche Menschen wirken durch das Timbre ihrer Stimme zudem besonders charismatisch auf uns.

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Unsere Stimme
Machtvolles und verräterisches Körperinstrument

Tönende Luft
Wie und wo die Stimme entsteht

Die Seele spricht mit
Was die Stimme preisgibt

Die Krankheit auf der Zunge
Wie sich Leiden in der Stimme zeigen

Sprechende Maschinen
Was synthetische Stimmen menschlich macht

Diaschauen zum Thema

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