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Tod mit System?

Periodizität als heißes Eisen und Streitfall

Doch nicht nur bei Astronomen, auch in Geowissenschaftlerkreisen lösten die Ergebnisse von Sepkoski und Raup heiße Debatten und fieberhafte Aktivität aus: Dutzende von Statistikern, Geologen und Paläontologen stürzten sich nun ebenfalls auf die Daten der letzten 560 Millionen Jahre und versuchten ihrerseits, Belege für oder gegen eine solche Periodizität zu finden.

Mit sehr widersprüchlichen Ergebnissen: Einige kamen zum gleichen Ergebnis, andere fanden eine abweichende Periodizität von 30 Millionen Jahren und viele konnten überhaupt keine signifikante Regelmäßigkeit in den Aussterbeereignissen erkennen.

Die Forscher hatten bei der Auswertung gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen: Zum einen ist die Datierung vieler Aussterbeereignisse nicht ganz einfach. Viele fossile Ablagerungen sind entweder unvollständig oder aber durch Erosion stark verändert und erschweren daher ihre zeitliche Einordnung. Schon in der Datierung von einzelnen Stufen innerhalb einer geologischen Ära wie beispielsweise dem Jura liegen verschiedene Paläontologen und Geologen teilweise bis zu 20 Millionen Jahre auseinander. Die Zyklen, die einige Forscher zu erkennen glauben, könnten daher ebenso das Resultat einer Falschinterpretation der Fossilienfunde sein, wie die Nicht-Periodiziät, die andere nachwiesen.

Periodizität widerlegt?

1995 führte ein Forscher der Universität von Bristol, M.J. Benton, eine erneute statistische Analyse durch. Diese basierte auf einer paläontologische Datensammlung, die fast 7.200 Familien von Land- und Meeresbewohnern umfasste. Die Auswertung ergab zwar einige Übereinstimmungen mit den Berechnungen von Raup und Sepkoski, ließ aber keine eindeutige Periodizität mehr erkennen.

Inzwischen ist zwar nach wie vor strittig, ob Massenaussterben periodisch stattfinden oder nicht, angesichts der spärlichen Indizien für eine solche Annahme neigt jedoch die Mehrzahl der Wissenschaftler dazu, eine regelmäßige Wiederkehr solcher Ereignisse für eher unwahrscheinlich zu halten.

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Doch unabhängig von der Frage, ob wahr oder falsch, hat die Periodizitäts-Theorie immerhin eines erreicht: Die Suche nach den Ursachen für die Massenaussterben beschränkt sich nun nicht mehr nur auf irdische Phänomene, sondern bezieht zunehmend auch kosmische Auslöser mit ein…

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Nadja Podbregar
Stand: 21.02.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Massenaussterben
Katastrophale "Unfälle" der Evolution?

Überlebensrate 0,1 Prozent
Aussterben prägt die Erdgeschichte

Mehr als nur eine Frage der Masse...
Was kennzeichnet ein Massenaussterben?

Kambrium
Das "Aus" für die Trilobiten

Ordovizium
Aufstieg und Fall der räuberischen Nautiloideen

Devon
Die Ära der Panzerfische

Perm
Das größte Aussterben der Erdgeschichte

Trias
Als die Vorfahren der Saurier starben...

Kreide-Tertiär
Der Untergang der Dinosaurier

Wer war's?
Der erste Verdächtige: Meeresspiegelschwankungen

Todesfalle Temperatur?
Der zweite Verdächtige: Klimawandel

Kosmische Katastrophe?
Der dritte Verdächtige: Ein Meteoriteneinschlag

Kosmischer Killer oder Nebenschauplatz?
Die möglichen Auswirkungen eines Meteoriteneinschlags

Feuerspeiende Erde
Der vierte Verdächtige: Katastrophale Vulkanausbrüche

Flammendes Inferno mit globalen Folgen?
Die möglichen Folgen des Dekkan-Trapp-Vulkanismus

Impakt oder Vulkanismus?
Der Streit um das Aussterben der Dinosaurier

Der Fall Nemesis
Sind Massenaussterben periodisch wiederkehrend?

Tod mit System?
Periodizität als heißes Eisen und Streitfall

Wildwasser statt ruhiger Fluss
Massenaussterben als Motor der Evolution

Pech, Zufall oder Vorsehung?
Wer wird Opfer?

Wie stirbt man aus?
Faktoren, die das Aussterben begünstigen

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