Stets zu Diensten - Roboter im Haushalt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Fraunhofer-Forscher Winfried Baum im Interview

Stets zu Diensten – Roboter im Haushalt

Winfried Baum ist Projektleiter im Bereich Kleinrobotik am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Im Interview berichtet er über den Einsatz von Robotern im Haushalt.

Frage: Kleinroboter sind zunehmend auch im Haushalt zu finden. Welche Arbeiten verrichten sie bisher?

Winfried Baum: Vor allem Staubsaugen und Rasenmähen. Roboter für diese Aufgaben sind schon seit etwa einem Jahrzehnt auf dem Markt. Des Weiteren sind Roboter zur Nassreinigung von Hartböden sowie mehrere unterschiedliche Unterhaltungsroboter in Form mechanischer Haustiere erhältlich.

Frage: Welche Aufgaben können die Roboter in Zukunft noch übernehmen?

Baum: Mittelfristig werden vollautomatische Fensterreiniger verfügbar sein, längerfristig wird der Einsatz von Manipulatorarmen und Greifern die Roboter universeller einsetzbar machen und viele neue Anwendungsfelder eröffnen. Dazu gehören Aufgaben wie das Holen und Wegbringen von Gegenständen, das Einräumen der Spülmaschine und sogar das Aufräumen der ganzen Wohnung. Die Entwicklung dieser Geräte geht derzeit in rasantem Tempo voran, so dass aktuelle Forschungsergebnisse sehr bald in Serienprodukte umgesetzt werden können.

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Frage: Was müssen künftige Serviceroboter noch lernen?

Baum: Haushaltsroboter agieren in einer vorab unbekannten und stark veränderlichen Umgebung. Entsprechend flexibel müssen die Bewegungs- und Erkennungsalgorithmen sein. In diesen Aufgabenstellungen wurden in den vergangenen Jahren beträchtliche Fortschritte gemacht, trotzdem bleiben sie ein aktuelles Forschungsthema. Weitere wichtige Themen sind die intuitive Mensch-Maschine-Interaktion, mit der dem Roboter auch komplexere Wünsche des Benutzers verständlich gemacht werden können, sowie die Sicherheit und die Zuverlässigkeit der Robotersysteme.

Frage: Unterscheiden sich Haushaltsroboter von Industrierobotern?

Baum: Ja. Von den klassischen Industrierobotern unterscheiden sie sich dadurch, dass sie mobil sind und nicht ein fest vorgegebenes Programm abfahren, sondern sich dynamisch an ihre Umgebung anpassen. Für einen Haushaltsroboter ist Flexibilität wichtiger als Präzision. Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt darin, dass Industrieroboter von speziell geschultem Personal bedient werden, während Haushaltsroboter ohne jegliche Vorkenntnisse betreibbar sein müssen.

Frage: Arbeitet das IPA auch an Haushaltrobotern?

Baum: Selbstverständlich. In den Bereichen Bodenreinigung und Rasenmähen wurden bereits funktionsfähige Prototypen mit neuartigen Bewegungsalgorithmen realisiert. Des Weiteren haben wir mehrere unterschiedliche Kletterkinematiken als Grundlage für künftige Fensterreinigungsroboter entwickelt. Mit dem Care-O-bot 3 wurde ein universell einsetzbarer Haushaltsroboter entwickelt, der zukünftige Möglichkeiten in der Servicerobotik aufzeigt. Die genannten Projekte wurden teilweise in Eigenregie, größtenteils aber im Industrieauftrag durchgeführt.

Frage: Und wer mäht bei Ihnen den Rasen?

Baum: Ich bin derzeit leider kein Rasenbesitzer. Sollte ich eines Tages aber ein kleines Häuschen mit Garten besitzen, werden dort sicher mehrere Roboterheinzelmännchen die unterschiedlichsten Arbeiten verrichten.

Die Fragen stellte Birgit Niesing

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Stand: 02.10.2008

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Gelehrige Gehilfen
Roboter auf dem Vormarsch – das Update

Viel mehr als nur Staubsaugen…
Roboter auf der Überholspur

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Forscher entwickeln neue Robotergeneration

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Roboterplattformen nach dem Baukasten-Prinzip
Neue Entwicklungen in der Robotik

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