Spuckangriffe und Hautsekrete - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Spuckangriffe und Hautsekrete

Wie setzen Tiere ihre Gifte ein?

So verschieden wie die Gifttiere, so unterschiedlich sind auch die Verfahren und Strategien, um die tödlichen Waffen ins Ziel zu bringen. Speikobras beispielsweise brauchen für ihre Attacken nicht einmal in die unmittelbare Nähe des Opfers zu kommen. Zum Teil aus mehreren Metern Entfernung spucken sie ihr Gift einem unvorsichtigen Gegenüber mitten ins Gesicht.

Eine „Schrotladung“ direkt ins Auge

Wie Zoologen der Universität Bonn herausgefunden haben, zeigen die Kobras dabei eine enorme Zielgenauigkeit. Mindestens 80 Prozent aller Spuckangriffe treffen mindestens ein Auge des Kontrahenten. Die ätzenden Substanzen des Toxins sorgen für schwere Verbrennungen, es kann dabei sogar zur Erblindung kommen. Doch wieso gelingt den Kobras so häufig der Schuss ins Schwarze?

„In der Superzeitlupe kann man deutlich erkennen, dass die Schlangen ihren Kopf beim Abschuss des Toxins schnell bewegen“, erläutert der Bonner Wissenschaftler Guido Westhoff die Ergebnisse einer Hochgeschwindigkeits-Videokamera. „Ganz ähnlich wie wir es machen, wenn wir beim Blumengießen mit dem Schlauch das ganze Beet wässern wollen.“ Beim Abfeuern ihrer „Schrotladung“ wird das Gift mit so hohem Druck durch die winzigen Kanäle in den Giftzähnen gepumpt, dass dabei selbst größere Entfernungen zwischen Angreifer und Opfer keine unüberwindliche Hürde sind.

Die Reptilien immer dann ihr Gift auf diese Weise, wenn sie sich verteidigen müssen. „Kobras spucken nur, wenn sie sich bedroht fühlen, nicht, um Beute zu machen“, so Westhoff, „alles andere ist Legende.“ Ist die Schlange hungrig, lauert sie dem Objekt der Begierde auf und tötet es mit einem blitzschnellen Giftbiss.

Hautgifte, Strahlen und Stacheln

Speikobra © Frank Luerweg / Uni Bonn

Andere Tiere wie die Pfeilgiftfrösche tragen ihre Toxine dagegen direkt auf der Haut und verderben so jedem Angreifer den Appetit. Einige Fische, darunter der Rotfeuerfisch im Indischen Ozean oder im Roten Meer, verfügen dagegen über Giftstrahlen. Beim Rotfeuerfisch sitzen sie auf den Flossen und sind mit Giftdrüsen ausgerüstet.

Anzeige

Für die toxische Wirkung des Rotfeuerfischs machen Forscher vor allem hitzeempfindliche Eiweiße in der injizierten Giftladung verantwortlich. Nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten auch die „Stacheln“ in den Rückenflossen des Teufelsfisches Inimicus didactylus, der in den Gewässern Indonesiens lebt.

Giftstacheln nutzen auch die vielleicht bekanntesten Giftmischer unserer Breiten…

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. weiter


Stand: 18.03.2005

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Gefährliche Giftmischer
Tiere und ihre Toxine

Winzlinge in tödlicher Mission
Pfeilgiftfrösche

Gift ist nicht gleich Gift
Woraus bestehen tierische Waffen?

Die Mischung macht’s…
Toxincocktail statt Einzelgift

Spuckangriffe und Hautsekrete
Wie setzen Tiere ihre Gifte ein?

Mit Giftharpunen und Stacheln gegen den Feind
Strategien zum Übertragen der Toxine

Der Klügere siegt!
Wettstreit zwischen Gifttieren und ihren Opfern

El Dorado für tödliche Kreaturen
Gefährliches Australien

Mit Schnecken gegen Schmerzen
Neue Medikamente aus Tiergiften

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Tintenfische - Intelligente Anpassungskünstler unter Wasser

Schmerz - Alarmstufe Rot im Nervensystem

Anzeige
Anzeige