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Schmelzende Gletscher und der Anstieg des Meeresspiegels

Die Folgen des Klimawandels

Das Klima unserer Erde ist zwar in den letzten Jahren relativ stabil geblieben, es gibt aber ausreichend Hinweise darauf, dass das Klimasystem nicht so robust ist, wie es scheint. Plötzliche und starke Klimaumschwünge, wie sie im Laufe der Erdgeschichte immer wieder aufgetreten sind, belegen eindeutig die „natürliche Instabilität“ des Systems. Die vorhergesagte globale Erwärmung in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten könnte daher verheerende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem der Erde haben.

Die Gletscher Grönlands sind durch die Erderwärmung akut in Bedrängnis. © Ingo Sasgen/ AWI

Der Meeresspiegel steigt

Die Eismassen der Arktis und Antarktis verlieren bereits jetzt stellenweise an Volumen, die Gletscher der Gebirge schmelzen. Bleibt dieser Trend erhalten, könnten sie in Zukunft bis auf kleine Eisreste abgeschmolzen oder ganz verschwunden sein. Bedeutende Anteile des heute als Inlandeis gebundenen Wassers wechseln dadurch in den flüssigen Aggregatzustand und lösen damit einen Anstieg des Meeresspiegels aus. Eine Volumenzunahme des Ozeanwassers durch die Erwärmung verstärkt diesen Effekt noch.

Nach Prognosen des IPCC könnte der Meeresspiegel im schlimmsten Falle im Jahr 2100 örtlich bis zu rund 90 Zentimeter angestiegen sein – im günstigsten Falle allerdings nur um knapp zehn Zentimeter. Der Durchschnitt aller Szenarien liegt bei etwa einem halben Meter.

Inselstaaten sind die Verlierer des Klimawandels

Zwar variiert die Höhe des Anstiegs je nach Region, nicht überall steigt der Meeresspiegel gleich stark an, doch viele küstennahe Landschaften auf Meeresniveau, die wie Bangladesh bereits heute mit immer wiederkehrenden Überschwemmungen zu kämpfen haben, würden überspült.

Auch viele Inselstaaten der Südsee gehören schon jetzt zu den Verlierern des Klimawandels, die meist nur flachen Atolle spüren den Anstieg am deutlichsten.Direkt betroffen von einer Erhöhung des Meeresspiegels wären auch Teile der Niederlande, doch im Gegensatz zu den betroffenen Entwicklungsländern haben die Niederländer genügend finanzielle Mittel, um durch immer höhere Deiche ihr Land vor dem heranflutenden Meer zu schützen.

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Inwieweit sich eine Temperaturerhöhung und eine Veränderung der Land-Meerverteilung auch auf die Niederschläge auswirkt, ist nicht leicht vorherzusagen, eine Verschiebung der Klimazonen und dadurch eine andere Verteilung der Niederschlagsmengen wird allerdings von Klimaforschern erwartet. Für Deutschland könnte dies im Extremfall mehr Regen, für die ohnehin wasserarmen Mittelmeerländer dagegen Trockenheit bedeuten.

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Stand: 20.07.2001

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Klimawandel
Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?

Das Klimasystem der Erde
Ein System von Rückkopplungen...

Ungelöste Fragen...
Die Herausforderung der Komplexität

Ein Auf und Ab der Temperaturen...
Das schwankende Klima

Eine kurze Geschichte des Klimas...
Das Klima seit der letzten Eiszeit

Nicht nur "hausgemacht"...
Der Treibhauseffekt

Das Kohlendioxid ist es nicht allein...
Die Treibhausgase

Verläßliche Prognosen oder Rätselraten?
Wie wird das Klima von Morgen?

Wirtschaftswachstum und Klima
Die Modelle des MIT

Baumringe, Pollen und Sauerstoffisotope...
Die Methoden der Klimaforscher

Klimaarchiv Eis
Eisbohrkerne als Geschichtsbuch der Klimaforscher

GRIP, GISP & Co.
Eisbohrprojekte in Grönland

Schmelzende Gletscher und der Anstieg des Meeresspiegels
Die Folgen des Klimawandels

Die Klimarahmenkonvention
Die Beschlüsse der UN-Konferenz von Rio de Janeiro

Das Kyoto-Protokoll
Die Beschlüsse der 3. Weltklimakonferenz

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