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Schaufelnde Riesen

Förderung im Tagebau

Staub hängt in der Luft, riesige Bagger fressen sich unter Dröhnen in die Landschaft und man kommt sich klein vor in der steinigen Mondlandschaft des Tagebau. Doch beeindruckend ist es allemal, die großen Kohleflöze am Grunde des 350 Meter tiefen künstlichen Kraters zu betrachten.

Schaufelradbagger im Tagebau © Harald Frater

Im rheinischen Tagebau arbeiten die größten Bagger der Welt: Sie sind 240 Meter lang und mit 96 Metern so hoch wie ein dreissigstöckiges Hochhaus. Sie können täglich 240.000 Tonnen Kohle oder Abraum fördern – genug, um ein Fußballstadion 30 Meter hoch zuzuschütten. Der Koloss aus Stahl wiegt soviel wie dreizehntausend Autos und kann sich daher nur schleppend mit 600 Metern pro Stunde bewegen. Gigantische Zahlen, doch eine wirkliche Vorstellung von diesen Dimensionen bekommt erst, wenn man neben der großen Förderschaufel steht, die sich Schicht für Schicht in die Erdgeschichte gräbt.

Baggerschaufel im Größenvergleich © Harald Frater

Zu Beginn eines Tagebaus tragen die Schaufelradbagger zunächst die obere Bodenschicht einschließlich des Mutterbodens ab. Dieser wird separat gelagert, um später bei der Rekultivierung als Oberboden wieder eingebracht zu werden. Anschließend wird der so genannte Abraum gefördert: Ton, Kies und Sand. Entweder wird hiermit sofort ein bereits ausgeräumter Tagebaubereich gefüllt oder er wird auf riesigen Halden zwischengelagert. Zum Transport der großen Erdmassen werden aus Kostengründen keine Lastwagen sondern Förderbänder genutzt. Wenn allerdings größere Entfernungen überbrückt werden müssen, werden alternativ Eisenbahnzüge eingesetzt. Beispielsweise ist das RWE Rheinbraun-eigene Eisenbahnnetz inzwischen über 300 Kilometer lang und alle Förderbänder zusammen genommen ergeben eine Strecke von über 240 Kilometer.

Am Ende der Förderbänder wird der Abraum durch einen schwenkbaren Absetzer – im Prinzip ein Förderband, das in der Luft mehrere Meter über dem Boden endet – gleichmäßig auf eine Fläche verteilt. Diese Abraumhalden werden bei einer späteren Rekultivierung entweder erneut abgetragen und im ausgekohlten Tagebau verkippt, oder aber sie verbleiben als künstlicher Berg an ihrem Ort.

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Stand: 28.01.2004

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Garzweiler II
Ein Tagebau sorgt für Aufregung

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