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Fakten rund ums Osterei

Rätsel, Mythen, Missverständnisse

Ein Ostern ohne Eier ist für viele von uns wie Weihnachten ohne Geschenke. Doch trotz der Jahrhunderte alten Tradition gibt es noch immer viele Rätsel, Mythen und Missverständnisse rund ums Osterei. Hier sind einige davon…

Frische Eier schmecken besser

Falsch.

Auch Eier benötigen eine Reifezeit. Ihr volles Aroma entfalten sie erst drei bis vier Tage, nachdem sie gelegt worden sind.

Abgeschreckte Eier lassen sich besser pellen

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Auch Falsch.

Wie gut sich Eier schälen lassen, wird nicht durch das Abschrecken mit kaltem Wasser beeinflusst. Entscheidend ist einzig und allein das Alter der Eier. Ganz frische lassen sich nur schlecht pellen, ältere besser. Optimal geeignet als Ostereier sind deshalb sieben bis 14 Tage alte Eier.

Frische rohe Eier gehen in Wasser unter

Richtig.

Ob ein Ei frisch ist oder nicht kann man gut mithilfe eines Glases Wasser testen. Geht das Ei unter und bleibt dann am Boden liegen, ist es ganz frisch. Richtet es sich aber auf oder schwebt es im Wasser, muss es auf jeden Fall schon älter sein. Schwimmt es gar an der Oberfläche, sollte man es nicht mehr verwenden, denn dann ist es oft verdorben. Doch warum ist das so? Ganz einfach: Je älter ein Ei ist, desto mehr Flüssigkeit verdunstet daraus. Dabei bildet sich eine Luftblase, die dem Ei Auftrieb verleiht.

Abgeschreckte Eier sind länger haltbar

Falsch.

Die Haltbarkeit der Eier wird durch das Abschrecken nicht verbessert. Ganz im Gegenteil. Denn das kalte Wasser sorgt häufig für Risse in der Eierschale, in die Keime wie Salmonellen oder ähnliches eindringen können. Abgeschreckte Eier sollten deshalb innerhalb von zwei Tagen verbraucht werden.

Hart gekochte Eier aus dem Handel sind dagegen in der Regel mit einem Schutzlack versehen, der die Infektion mit Krankheitserregern verhindern soll. Solche Eier halten sich deshalb länger – wenn sie unbeschädigt sind.

Eier sollten besser nicht mit einem Silberlöffel gegessen werden

Richtig.

Ein Silberlöffel und Eier – das passt nicht zusammen. Denn in Eiern sind schwefelhaltige Eiweiße enthalten. Beim Kochen der Eier wird dann Schwefelwasserstoff freigesetzt. Isst man ein Ei mit dem Silberlöffel, verbindet sich der Schwefelwasserstoff mit dem Silber des Löffels zu Silbersulfid und das Ei schmeckt nach Metall.

Huhn © IMSI MasterClips

Braune Hühner legen braune Eier, weiße Hühner weiße

Falsch.

Ob ein Huhn weiße, braune oder grüne Eier legt, hat nichts mit der Gefiederfarbe zu tun – zumindest wenn die Tiere reinrassig sind. Entscheidend für das Aussehen der kalkigen Eihülle sind die Gene. Dennoch gibt es ein optisches Merkmal, an dem man erkennen kann, welche Farbe die Eier haben, die ein Huhn legt. Besitzen die Tiere rote Ohrscheiben produzieren sie meist braune Eier, solche mit weißen Ohrläppchen dagegen legen weiße.

Gekochte Eier drehen sich, rohe kaum

Richtig.

Legt man ein rohes Ei auf eine ebene, glatte Fläche und versetzt es dann in Rotation kommt es schon bald wieder zur Ruhe. Ein gekochtes Ei dagegen dreht sich längere Zeit. Grund: Letzteres besteht nach dem Kochen aus einer relativ kompakten und festen Masse und bewegt sich deshalb gleichmäßiger als die trägen, innen flüssigen rohen Eier.

Jeder Deutsche isst jährlich mehr als 200 Eier

Richtig.

205 Eier wurden im Jahr 2006 hierzulande im Schnitt von jedem „verputzt“. Neben dem Frühstücksei zählen dazu aber auch die für das Backen oder Kochen verwendeten Eier. Dennoch ist der Verbrauch in den letzten knapp dreißig Jahren deutlich gesunken. Noch in den 1980er Jahren konsumierte jeder Bundesbürger im Schnitt über 280 Eier. Ursache für diese Entwicklung ist vermutlich der schlechte Ruf des Eis…

Eier vor dem Kochen anpiksen schützt vor dem Kaputtgehen

Falsch.

Dies hat zumindest ein großes Eier-Koch-Experiment von Quarks & Co. ergeben. Darin hatte die Redaktion der Wissenschaftssendung die Zuschauer gebeten, Eier zu kochen und mitzuteilen, ob sie dabei kaputtgegangen oder heil geblieben sind. Das Ergebnis bei rund 3.000 Eiern: Waren sie angepikst, gingen im Schnitt zehn Prozent kaputt. Bei den nicht angepiksten Eiern waren es zwölf Prozent. Die Werte unterscheiden sich nicht statistisch signifikant. Die gefärbten Eier aus der Ostereierfabrik werden übrigens vor dem Kochen ebenfalls nicht angepikst – und es kommt nur selten vor, dass sie in den riesigen Eierkochmaschinen kaputtgehen.

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Mit Material des WDR
Stand: 20.03.2008

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Fakten rund ums Osterei

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