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Pippig, Pantani & Co

Highlights aus der unendlichen Geschichte des Dopings - Teil II

Auch in den letzten Jahren gab es (fast) genauso viele Dopingskandale wie sportliche Höchstleistungen…

1998

Die Analyse der Dopingprobe von Uta Pippig hat einen unzulässigen Testosteron/Epitestosteron-Quotienten ergeben. Eigentlich ein sicheres Zeichen von Testosterondoping. Uta Pippig streitet dies ab und erklärt die erhöhten Werte mit dem Absetzen der Pille nach jahrelanger Einnahme. Eine Begründung die von führenden Wissenschaftlern ins Reich der Fabel verwiesen wird. 1999 wird sie vom DLV für zwei Jahre gesperrt.

1998

Doping-Skandal bei der Tour de France. Im Mittelpunkt steht das Festina-Team mit seinem Star Richard Virenque und dem Masseur Voet. Voet war an der belgisch-französischen Grenze mit einer großen Anzahl verbotener, leistungsfördernder Medikamente aufgegriffen worden und hatte flächendeckendes Doping gestanden. Große Teile der Festina-Mannschaft (bis auf Virenque) gestehen die EPO-Einnahme und werden von der Tour ausgeschlossen. Auch bei anderen Rennställen finden die Fahnder Dopingmittel. Die geständigen Radprofis Alex Zülle, Laurent Dufaux und Armin Meier erhalten später eine Sperre von nur acht Monaten und können deshalb bei der nächsten Tour wieder starten.

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1999

Die Hallen-Weltmeisterin im Kugelstoßen Wita Pawlitsch und die zweitplatzierte Irina Korschanenko werden im Frühjahr 1999 des Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt. In ihren Urinproben wird das anabole Steroid Stanozolol nachgewiesen.

1999

Die 1. Antidoping-Weltkonferenz in Lausanne beschließt die Gründung der Anti-Doping-Weltagentur (WADA). Sie nimmt ihre Arbeit zu Beginn des Jahres 2000 auf.

1999

Marco Pantani, Toursieger von 1998, wird beim Giro d’Italia 1999 wegen eines stark erhöhten Hämatokritwertes (Verdacht auf EPO-Doping) ausgeschlossen.

1999

Die Altstars Merlene Ottey und Linford Christie geraten in Verdacht ihre Leistungen mit dem Dopingmittel Nandrolon gesteigert zu haben. Beide werden letztlich aber von ihren nationalen Verbänden freigesprochen.

1999

Im November gerät Dieter Baumann unter Doping-Verdacht. Die Analysen von zwei Proben ergeben jeweils einen weit über dem erlaubten Grenzwert liegenden Nandrolon-Anteil im Urin des Athleten. Dieter Baumann beteuert seine Unschuld und sieht sich als Opfer des großen Unbekannten, der eine Tube mit Zahnpasta im Hause Baumann mit Nandrolon „verseucht“ haben soll. Der Leichtathletik-Weltverband beschließt am Ende eine Sperre bis Januar 2002. Baumann kann deshalb nicht an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney teilnehmen. Später feiert er sein Comeback und gewinnt im Alter von 38 Jahren bei der Europameisterschaft 2003 in München Silber im 10.000 Meter-Lauf.

2002

Der für Spanien startende dreifache Olympiasieger Johann Mühlegg und die Russinnen Larissa Lazutina sowie Olga Danilowa werden während der Olympischen Spiele des Blutdopings überführt, disqualifiziert und von den weiteren Wettkämpfen ausgeschlossen. Mühlegg und Lazutina müssen zudem ihre Goldmedaillen aus dem 50 beziehungsweise 30 Kilometer Langlauf zurückgeben.

2003

Die 2. Antidoping-Weltkonferenz in Kopenhagen beschließt einen weltweiten Antidoping-Code, der einheitliche Tests – während des Trainings und der Wettkämpfe – und Sanktionen beinhaltet.

2003

Kelli White, die Leichtathletik-Doppelweltmeisterin über 100 Meter und 200 in Paris wird noch während der Veranstaltung positiv auf das Stimulanzmittels Modafinil getestet. Nach langem Leugnen gibt White später zu, auch Erythropoietin und anabole Steroide genommen zu haben. Sie verliert ihre beiden Titel und wird für zwei Jahre gesperrt.

2003

Größter Doping-Skandal aller Zeiten in den USA. Auf einen anonymen Hinweis hin werden die Räumlichkeiten des Bay Area Laboratory Co-operative (Balco) untersucht. Zahlreiche Unterlagen und Hinweise für die umfangreiche Produktion und den Handel mit Dopingmitteln werden sicher gestellt. In den Laborräumen soll unter anderem das anabole Steroid Tetrahydrogestrinon (THG) hergestellt und verkauft worden sein. Zahlreiche Topsportler wie die Leichtathleten Marion Jones oder Tim Montgomery geraten unter Dopingverdacht. Bei den anschließenden Tests wird unter anderem der britische 100-Meter-Europameister Dwain Chambers des THG-Dopings überführt. Auch Kelli White gehörte zu den Balco-Kunden.

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Stand: 20.08.2004

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Doping
Siege, Rekorde und Medaillen um jeden Preis?

Johan Mühlegg, Ben Johnson, Marco Pantani...
Schwarze Schafe oder nur die Spitze eines Eisbergs?

Was ist eigentlich Doping?
Über das Problem einer allgemein verständlichen Definition

EPO und Wachstumshormone als Maß aller Dinge
Die aktuellen "In"-Wirkstoffe der Dopingszene

Von Hämatokritwerten, Nachweismethoden und Sauerstoff-„LKWs“
Blutdoping ist kaum in den Griff zu bekommen

Ein körpereigenes Mittel auf dem Vormarsch
Doping mit Wachstumshormonen

Alles unter Kontrolle?
Streit um den Test auf Wachstumshormone

Anabolika - Ein Auslaufmodell?
Der Sieg der Dopingfahnder schien nah

Designerdrogen sind "in"
THG und der Balco-Skandal

Dopingfälle nur noch aus "Unkenntnis"
Die Blütezeit der Aufputschmittel ist vorbei

Athleten aus dem Genlabor?
Horrorvision Gendoping

Von Dopinglisten, Konferenzen und einer Antidoping-Agentur
Kann man Doping verhindern?

Doping auf Rezept?
Ein Kommentar von Dieter Lohmann

Von der Antike bis zum Fall Maradona
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