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Ort spiritueller Zeremonien

Die Kiva

Alle Siedlungen der Anasazi haben eins gemeinsam: Kivas, die von vielen Menschen zu religiösen, spirituellen und rituellen Zwecken genutzt wurden. Ihren Ursprung haben sie in den Grubenhäusern, den frühen Behausungen der Anasazi.

Kiva: Unterirdischer Gemeinschaftsraum © Manitou Cliff Dwellings

Diese unterirdischen, meistens runden Gemeinschaftsräume, die ungefähr einen Durchmesser von 18 Meter hatten und mit einem Holzdach abgedeckt waren, standen im Mittelpunkt der Siedlungen. Durch einen zentralen Einstieg im Dach, der gleichzeitig auch als Rauchabzug für die Feuerstelle diente, wurden die Kivas über Leitern betreten. Hinter der Feuerstelle befand sich eine kleine Öffnung im Boden – das so genannte Sipapu. Dieses Loch, so glaubten die Anasazi, diente den Geistern ihrer Vorfahren als Verbindung zu den Lebenden. Sie waren davon überzeugt, dass durch das Sipapu die verstorbenen Seelen in ihre Welt kommen konnten. Es diente aber auch als Sprachrohr zur Verständigung zwischen den Welten. Außerdem symbolisierte das Sipapu den irdischen Ursprung der Menschen und so auch ihre Verbundenheit mit der Mutter Erde.

Kiva: Ausgefeilte Konstruktion für Geister © Bryan Duddles

Auf der gegenüberliegenden Seite des Sipapu befand sich ein Schacht für die Frischluftzufuhr – der „Geister-Tunnel“ – den die Indianer vermutlich auch zur Kontaktaufnahme mit anderen Welten nutzten. Frauen und Kindern war übrigens das Betreten der heiligen Räume in der Tiefe nicht erlaubt. In der Nähe der Kivas legten die Indianer kleine Gräber an, denn sie waren sich sicher, dass die Öffnungen der Kivas als Eingang zur Unterwelt dienten, in das die Geister ihrer Ahnen zurückkehrten.

Diese Gebäude verdeutlichen, dass das Leben der Anasazi von einem tiefen Glauben geprägt worden sein muss. In der religiösen Vorstellung der Indianer herrscht der „Große Geist“, auch Manitu genannt, über die Schöpfung. Für die Aufrechterhaltung dieser sind wiederum Elementargötter zuständig. Diese Götter müssen dem „Großen Geist“ dabei Bericht erstatten.

Überreste einer Kiva © Dirk Schröder

Mutter Erde, die Sonne und der Mond waren die Hauptgottheiten der Indianer, was ihr außergewöhnliches Verhältnis und ihre enge Verbindung zur Natur unterstreicht. Die Riten, zum Teil als rituelle Tänze durchgeführt, sollten vor allem für eins sorgen – ausreichend Regen.

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Auch heute noch nutzen Hopi und andere Nachkommen der Anasazi die Kivas für ihre religiösen Zeremonien.

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Stand: 08.11.2003

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Indianer
Riten, Mythen und Rätsel einer geheimnisvollen Kultur

Achtung und Verehrung der Umwelt
Die Kraft des allgegenwärtigen Geistes

Sie kamen aus dem Nichts und verschwanden im Nichts
Die Anasazi-Indianer

Ruinen in Four Corners
Die verlassenen Städte

Ort spiritueller Zeremonien
Die Kiva

Geheimnisvolle Bodenbilder in der Pampa
Die Nazca-Linien

Theorien und Erklärungsversuche
Maria Reiche - die "Mutter" der Scharrbilder

Von Schamanen und Heiligen Männern
Kontakte zur Geisterwelt

Heilpflanzen aus Manitus Apotheke und verkanntes Wissen
Vielseitig begabt...

Krankenheilung
Langwierige und visionsreiche Zeremonien

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