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Das Verhalten der Sonne gibt Astrophysikern Rätsel auf

Ominöse Ruhe

Wie ein Pendel: elfjähriger Zyklus der Sonnenaktivität © NASA

Nach gängiger Annahme gleicht die Aktivität unserer Sonne einem gewaltigen Pendel: In einem Rhythmus von elf Jahren schwingt sie zwischen einer Phase der Ruhe und einer Phase der extremen Ausbrüche und Sonnenstürme hin und her. Steht sie in einem solaren Maximum, häufen sich die Anomalien in Magnetfeld und Temperaturen auf ihrer Oberfläche, als Folge entstehen besonders viele Sonnenflecken und immer wieder schleudert der Stern große Mengen Plasma und energiereiche Strahlung ins All.

Genau so ein Maximum sollte die Sonne den Berechnungen der Astrophysiker nach in diesem Jahr erreichen. Doch bisher lässt es auf sich warten. Statt ständiger Ausbrüche und Sonnenstürme herrscht Flaute auf unserem Zentralstern. Die bisher beobachtete Aktivität liegt deutlich unter dem Vorhergesagten. Eigentlich hatten die Astrophysiker den Höhepunkt der Saison für Mai 2013 prognostiziert.

Weil allerdings schon im solaren Minimum im Jahr 2006 bis 2008 die Sonne fast in Totenstarre verfallen war – so gut wie keine Flecken, kaum Flares oder Massenausbrüche – sagten die Experten auch für das Maximum eine eher unterdurchschnittliche „Performance“ voraus. Maximal 90 Sonnenflecken, so erklärten sie, seien 2013 zu erwarten.

Auch die letzten beiden Maxima hatten zwei Gipfel © NASA

Zwei Gipfel statt einem?

Bislang allerdings gibt es keine Anzeichen dafür, dass unser Stern aufwacht. Heißt das, das solare Maximum fällt aus? Nach Ansicht des Sonnenphysikers Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Center der NASA ist das nicht der Fall. Stattdessen rechnet er mit einem Doppelwhopper: einem doppelten Gipfel des Maximums. „Schon die letzten beiden solaren Maxima hatten nicht einen, sondern gleich zwei Peaks“, erklärt der Forscher. Sowohl 1989 als auch 2001 stieg die solare Aktivität zwar zunächst wie erwartet an, sank dann aber wieder ab, nur um dann ein Jahr später nochmal anzusteigen.

Das gleiche, so glaubt er, könnte auch in diesem Jahr passieren. Denn bereits 2011 gab es ein erstes, schwaches Hoch der Sonnenflecken – das könnte der erste Gipfel gewesen sein. 2012 kam dann das extrem ruhige Loch. „Ich bin relativ sicher, dass ein zweiter Gipfel noch in diesem Jahr kommen wird und dann voraussichtlich bis ins Jahr 2014 hinein anhalten wird“, so Pesnell. Was aber verursacht einen solchen doppelten Gipfel?

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Nadja Podbregar
Stand: 26.04.2013

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Warten auf das solare Maximum
Die Aktivität unserer Sonne und ihre Kapriolen

Ominöse Ruhe
Das Verhalten der Sonne gibt Astrophysikern Rätsel auf

Chaotisch und asynchron
Wie entsteht ein Doppel-Maximum?

Der Super-Ausbruch
Das Carrington-Ereignis und die Entdeckung der Sonnenstürme

Reißende Gummibänder
Was passiert bei einem solaren Ausbruch?

Verschmorte Trafos und zerstörte Satelliten
Was sind die Folgen und was kann man tun?

Sechs Minuten für die Sonnenforschung
Die EUNIS-Mission und ihre Ziele

Diaschauen zum Thema

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