Miss Moneypenny – das Vorzimmer - scinexx | Das Wissensmagazin
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Das angeborene Immunsystem

Miss Moneypenny – das Vorzimmer

Neutrophiler Granulozyt („Fresszelle“) als Teil der angeborenen Immunabwehr © Tommaso Leonardi / gemeinfrei

Jedes gute Büro verfügt über ein Vorzimmer, eine erste Bastion, die das Eindringen unerwünschter Besucher schnell und effizient verhindert – so auch das menschliche Immunsystem. Eine Miss Moneypenny kann sich, sofern sie nicht durch einen geistreichen Spruch „abgelenkt“ wird, dabei in ein gezieltes Gift verwandeln – Komplement-Komponenten, neutrophile, basophile und eosinophile Granulozyten – oder zumindest den Eindringling zunächst mal genauer „mustern“ wie Makrophagen und dendritische Zellen.

Niesen als Übertragungsweg © Brian Judd / CDC

Erreger bleiben selten unerkannt

Das Eintreffen eines Erregers in Form eines Virus, Bakteriums oder Parasiten im menschlichen Organismus bleibt selten unerkannt und wird mithilfe des so genannten Komplementsystems oder durch spezialisierte Immunzellen sofort gemeldet. Aber wie kann der Körper eine effiziente Abwehr von Krankheitserregern gewährleisten?

Bei genauer Analyse wird klar, dass Miss Moneypenny, das angeborene Immunsystem, alleine überfordert ist angesichts der so zahlreichen und anpassungsfähigen Erreger, die den Menschen befallen können. Obwohl das größte Organ des Menschen, unsere Haut, das Eindringen von Pathogenen verhindert und die Körperöffnungen durch Schleimhäute geschützt sind, kann sich beispielsweise ein Virus sehr geschickt in einer körpereigenen Zelle verstecken und auf diese Weise der Kontrolle durch Moneypenny entgehen.

Judi Dench spielt M © Caroline Bonarde Ucci / GFDL

James Bond und seine Verbündeten

Der Geheimdienst, der die Virusbekämpfung dann gewährleistet, besteht aus zahlreichen Verbündeten und Bond, der die Viren letztendlich zur Strecke bringt – adaptives Immunsystem. Da hätten wir M, den Vorgesetzten, der die Aufträge entgegennimmt und verteilt, die Fakten ordnet und sie präsentiert. Im Immunsystem übernimmt diese Aufgabe typischerweise eine spezialisierte antigenpräsentierende Zelle (APC), das sind dendritische Zellen, Makrophagen und B-Zellen. Sie begegnen dem Virus durch Aufnahme ins eigene Zellinnere – Phagozytose, Rezeptor-vermittelte Endozyte, Pinozytose.

„Präsentierteller“ der Zelle

Anschließend gelangt das Virus ins so genannte Phagolysosom, ein Kompartiment in der Zelle, in dem es in kleine Fragmente (Peptide) zerlegt wird. Die Präsentation dieser Peptide erfolgt an der Oberfläche der Zelle mithilfe von den speziellen „Präsentiertellern“ MHC I und II (major histocompatibility complex). Es erfolgt also die Annahme eines neuen „Auftrags“, der im Anschluss zweigeteilt bearbeitet wird.

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Daphne Nikles und Robert Tampé / Forschung Frankfurt
Stand: 23.10.2009

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Virus versus Immunsystem
Stirb an einem anderen Tag

Miss Moneypenny – das Vorzimmer
Das angeborene Immunsystem

Mr. Bond, übernehmen Sie
T-Killerzellen im Einsatz

Die Schredder der Zelle
Wie Fremdkörper, Erreger und entartete Zellen enttarnt werden

Blofeld, Goldfinger & Co
„Bad Boys“ tricksen körpereigene Abwehr aus - manchmal

Die Lizenz zum Töten
Ein Auswahlverfahren für Killerzellen

Antigenprozessierung über MHC I
Ein Molekül und seine Helfer

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