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Minivampire im Anflug

Steckbrief: Stechmücken

Mücken sind wahrscheinlich die bekanntesten und unbeliebtesten Blutsauger unter den Insekten. Kaum ein Mensch, der noch keinen lästig juckenden Stich dieser fliegenden Minivampire erlebt hat. Doch sie sind weit mehr als nur lästig: Ihre Lebens- und Stechgewohnheiten sind vor allem deshalb so gut untersucht, weil einige Mückenarten zu den wichtigsten Krankheitsüberträgern des Menschen gehören.

Kondensstreifen-Zirren treten häufig in Reiseflughöhe auf, zwischen acht und dreizehn Kilometern Höhe. Kondensstreifen bilden sich aus Wasserdampf in Verbindung mit den Rußpartikeln, die von Flugzeugen ausgestoßen werden. Nach kurzer Zeit entstehen Eiskristalle in der kalten Atmosphäre. Aus diesen Kondensstreifen können sich später Zirruswolken entwickeln. Diese durch den Menschen verursachten Eiswolken sowie die Kondensstreifen werden zusammengefasst als „Kondensstreifen-Zirren“ bezeichnet. © Professor Stephan Borrmann

Verbreitung:

Weltweit gibt es rund 2.500 Arten von Stechmücken, verbreitet über alle Erdteile bis hin in arktische Regionen. Die meisten von ihnen, darunter auch die Malariaübertragenden Anopheles-Arten, leben allerdings in den warmen und feuchten Gebieten der Tropen. Doch obwohl hier in Deutschland vor allem die Stechmücke Culex pipiens und einige Aedes-Arten heimisch sind, dringen inzwischen auch Anophelesmücken immer häufiger auch nach Süd- und Mitteleuropa vor.

Mücken gibt es überall dort, wo es stehendes Wasser oder feuchte Erde gibt. Egal ob kleiner Gartenteich, Regentonne oder aber ausgedehnte Flussauen oder Feuchtgebiete – schon kleinste Wasserflächen reichen den Mückenweibchen aus, um dort ihre Eier abzulegen. Alle zwei Wochen kann sie bis zu 60 Eier produzieren – vorausgesetzt sie bekommt in dieser Zeit ausreichend Blut und damit die für die Eiproduktion benötigten Nährstoffe.

Ernährung:

Verantwortlich für die juckenden Stiche beim Menschen sind nur die Mückenweibchen. Während die Männchen rein vegetarische Kost bevorzugen und Blütennektar und Pflanzensäfte saugen, brauchen die Weibchen zusätzlich Blut als Eiweißlieferanten für ihre Eiproduktion. Die typischen tanzenden Mückenschwärme, die häufig bei Anbruch der Dunkelheit zu beobachten sind, bedeuten daher keine Gefahr, den sie bestehen nur aus Männchen.

Lebenszyklus:

Bowen River Valley in Neuseland © Science / AAAS

Die Jugendstadien aller Stechmückenarten leben ausschließlich im Wasser. Aus den an der Wasseroberfläche abgelegten Eiern schlüpfen beinlose Larven, die sich von organischen Schwebeteilchen des Wassers oder Kleinplankton ernähren. Zum Atmen schwimmen die meisten Mückenlarven an die Wasseroberfläche und schöpfen mit einer manchmal zu einem Atemrohr verlängerten Öffnung am Hinterleibsende Luft. Dabei nehmen sie eine typische, bei Culex- und Anophelesarten deutlich voneinander verschiedene Haltung ein.

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Nach einigen Tagen tritt die Larve in eine Puppenruhe ein: Während im Inneren die Umbildung des Larvenkörpers zum erwachsenen, geflügelten Insekt erfolgt, treibt die Mückenpuppe meist bewegungslos nahe der Wasseroberfläche, kann sich aber bei Störung durch Kontraktion der Hinterleibsmuskeln gezielt in die Tiefe katapultieren. Bei Sommertemperaturen von 24 bis 28 Grad reichen der Stechmücke nur neun bis zehn Tage aus, um die Entwicklung vom Ei bis zu erwachsenen Stechmücke abzuschließen, bei kühleren 21 bis 23 Grad dauert es immerhin 20 bis 30 Tage, bis die Mücke schlüpft.

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Stand: 06.05.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Blutsauger
Zecken, Mücken und Co.: Kleiner Stich mit bösen Folgen

Vampire der tierischen Art...
Blutsauger auf der Jagd

Auf der Suche nach dem richtigen Stich...
Nahrungssuche mit Hindernissen

Ein ganz besonderer Duft...
Chemische Signale zur Wirtsfindung

Süßes Blut...
Woher kommen die Unterschiede in der "Anziehungskraft"

Strohhalm oder Axt?
Die "Bohrstrategien" der Blutsauger

Kleiner Stich mit großen Folgen...
Durch Blutsauger übertragene Krankheiten auf dem Vormarsch

Steckbrief: Lyme-Borreliose
Flächendeckendes Risiko...

Steckbrief: Frühsommer- Menignoenzephalitis (FSME)
Impfung empfohlen...

Steckbrief: Malaria
Geißel der Tropen - bald auch hier?

Und auch diese noch...
Weitere von Blutsaugern übertragene Krankheiten

Minivampire im Anflug
Steckbrief: Stechmücken

Lauerjäger im Unterholz
Steckbrief: Zecken

Die verbreitetsten Irrtümer...
...über Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten

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