Menü wie in der Altsteinzeit - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Menü wie in der Altsteinzeit

Ein ungewöhnlicher Museumsbesuch

Waldpilze, Wildkräuter, Beeren, Fleisch, genau gesagt Wild: Aus diesen Zutaten kreiert Koch Sven Laschinski vom Bistro „Heimathirsch“ auch an diesem Abend wieder im Museum Monrepos ein schmackhaftes Menü. Wie stets ist es etwas ganz Besonderes, denn es orientiert sich am Speiseplan unserer Vorfahren aus der Altsteinzeit, dem Paläolithikum.

Steinzeitliche Lebensmittel, serviert im modernen Gewand. © Nicole Viehöver/ Monrepos

Eintauchen in die Vorgeschichte

Die Gerichte werden beim „Paläo-Abend“ serviert. Dieser findet zweimal im Monat im Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution, so der vollständige Name, statt. Die Idee ist: Forschung erlebbar machen. Und das mit allen Sinnen. Das Abendessen ist dabei Teil des prähistorischen Erlebnisses. Zuvor werden die Gäste exklusiv von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch eine Ausstellung geleitet; denn zu dieser Zeit ist das Museum für die Öffentlichkeit bereits geschlossen.

„Wir versuchen, die Menschen des Paläolithikums – also der Altsteinzeit von vor 2,5 Millionen Jahren bis vor rund 10.000 Jahren – so zu zeigen, dass der heutige Besucher sich in ihnen wiederentdeckt“, beschreibt Lutz Kindler, Zooarchäologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter in Monrepos, das Konzept

des Hauses.

Kaninchen gehörten wahrscheinlich auch zum Speiseplan der Steinzeitmenschen. © Cheryl Empey/ freeimages

Vier Blickwinkel der Steinzeit-Ernährung

In der Ausstellung wird aus vier Blickwinkeln heraus die Geschichte der menschlichen Ernährung beleuchtet: der ökologischen, die aufzeigt, dass Menschen Teil eines regional unterschiedlichen Nahrungsnetzes sind; der energetischen, die die Verwertbarkeit der Nahrung und den menschlichen Stoffwechsel thematisiert; der technologischen, die zeigt, wie die paläolithische Küche aussah und mit welchen Waffen gejagt wurde; und schließlich der strategischen, bei der es um die soziale Organisation der Nahrungsbeschaffung geht.

Anzeige

Aus den vier Perspektiven ergibt sich ein Gesamtbild, das uns die Ernährung in der Steinzeit nahe bringt. So erfahren etwa die Besucherinnen und Besucher, wie der Mensch vor etwa 40.000 Jahren lernte, das Spektrum seiner Nahrungsquellen zu erweitern, und auch Vögel, Hasen und Kaninchen verzehrte. „Hier erkennen wir den heutigen Menschen gut wieder: Schließlich konsumieren wir nach wie vor auch eine große Bandbreite von Tieren“, resümiert Lutz Kindler.

  1. zurück
  2. 1
  3. |
  4. 2
  5. |
  6. 3
  7. |
  8. 4
  9. |
  10. 5
  11. |
  12. weiter

Wiebke Peters/ Leibniz Journal
Stand: 22.01.2016

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Speisen wie zur Steinzeit
Wissenschaftler erforschen die Ernährung unserer Vorfahren

Menü wie in der Altsteinzeit
Ein ungewöhnlicher Museumsbesuch

Proteinreich und fett
Wie die Jagd unsere Vorfahren prägte

Nicht nur Fleisch
Was haben unsere Vorfahren gegessen?

Süß schmeckt gut
Unser Geschmack ist noch auf Steinzeit programmiert

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Speiseplan der Erbauer von Stonehenge enträtselt
Analysen von steinzeitlichen Essenrückständen enthüllen überraschend strukturierte Festessen

Neandertaler: Kot verrät Speiseplan
Versteinerte Kügelchen entpuppen sich als älteste fossile Ausscheidungen der Menschheit

Neandertaler beim Fischessen "ertappt"
45.000 Jahre alte Lachsgräten im Kaukasus deuten auf vielseitigen Speiseplan des Frühmenschen hin

Neandertaler-Speiseplan war vielseitiger als gedacht
Abnutzung der Backenzähne widerlegt artspezifische Ernährung

Dossiers zum Thema

Neandertaler - Neue Erkenntnisse über unsere Steinzeit-Cousins

Anzeige
Anzeige