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Mehr als nur Ruhm und Ehre?

Die wissenschaftlichen Entdeckungen der Apollo-Missionen

Vor den Apollo-Missionen war der Erdtrabant Gegenstand zahlreicher und fast unbegrenzter Spekulationen – wenn man auch nicht mehr glaubte, der Mond bestehe aus grünem Käse, wie noch im Mittelalter vermutet, so waren seine Geologie und Entstehungsgeschichte jedoch noch immer weitgehend unbekannt. Erst die von den Astronauten auf dem Mond deponierten Experimente und die auf die Erde zurückgebrachten Proben des Mondgesteins halfen dabei, der Lösung des Rätsels Mond ein Stück näher zu kommen.

Zumindest einer der „Lieblingshypothesen“ der damaligen Zeit machten die Bilder und Erfahrungen der Apollo-Astronauten sofort den Garaus: der Mond war eindeutig nicht bewohnt. Die Proben zeigten weder fossile noch rezente Hinweise darauf, dass der Erdtrabant jemals eine wie auch immer geartete Lebensform beherbergt haben könnte und auch vom „Mann im Mond“ fehlte jede Spur.

Die Erde vom Mond aus gesehen. Bei einer totalen Mondfinsternis sähe dieser Astronaut eine totale Sonnenfinsternis. © NASA

Kleiner Bruder der Erde

Eine der wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen der Apollo-Ära war jedoch, dass der Mond in seiner Struktur der Erde sehr ähnlich ist. Ebenso wie sie hat er offensichtlich eine bewegte Geschichte hinter sich: Seine Oberflächengesteine sind mehrfach geschmolzen, von Vulkanen ausgeschleudert und durch Meteoriteneinschläge zusammengepresst worden. Auch der Schichtenaufbau des Erdtrabanten aus fester Kruste, teilweise flüssiger Asthenosphäre und eventuell einem Eisenkern gleicht der Erde.

Aus den Ergebnissen der Bohrproben und seismographischen Experimente der Apollo-Missionen schloss man auf einen gemeinsamen Ursprung beider Himmelskörper. Auf dem Mond sind die Spuren der frühesten Prozesse und Ereignisse seiner Entwicklungsgeschichte noch heute sichtbar. Weil diese Relikte auf der Erde durch Erosion verloren gegangen sind, ist der Mond daher heute auch ein wichtiges „Archiv“ für die frühe Geschichte unseres Sonnensystems.

Zonen stärkeren Magnetflusses im Erdkern (oben), ihre Veränderungen im Laufe der Zeit (Mitte) und die schneller werdende Westwärtsbewegung des Jetstreams (unten). © Livermore et al./ University of Leeds, Nature Geoscience

Mondproben liefern noch immer Erkenntnisse

Auch die Veränderungen der Sonneneinstrahlung sind im „Mondarchiv“ erhalten geblieben. Ohne eine schützende Atmosphäre war das durch zahlreiche Meteoriteneinschläge zertrümmerte Oberflächengestein – als Regolith bezeichnet – über Jahrmillionen hinweg ungeschützt dem elektromagnetischen Sonnenwind ausgesetzt und reicherte sich mit Isotopen und Elementen von der Sonne an.

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Noch heute arbeiten Wissenschaftler in 60 Laboratorien rund um die Welt an den vor dreißig Jahren von den Apollo-Missionen mitgebrachten Mondproben. Mit Hilfe von Technologien, von denen ihre Vorgänger in den siebziger Jahren höchstens träumen konnten, ist mittlerweile die dritte Forschergeneration damit beschäftigt, auch noch die letzten Geheimnisse des Erdtrabanten zu lösen.

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Nadja Podbregar
Stand: 16.07.2013

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Die erste Mondlandung
Apollo 11 erreicht den Erdtrabanten

"Luna" gegen "Apollo"
Kalter Krieg im All

Auf dem Weg zum Mond
Auszüge aus dem Logbuch und den Interviews der Apollo 11-Astronauten

Ziel erreicht...
20. Juli 1969 - Die erste Mondlandung

"Faszinierende Einöde"
Die ersten Schritte auf dem Mond

"Wir wären gerne noch geblieben"
Abschied vom Erdtrabanten

Mehr als nur Ruhm und Ehre?
Die wissenschaftlichen Entdeckungen der Apollo-Missionen

Es begann mit einer Tragödie...
Chronik der Apollo Missionen

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