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Maßnahmen bekannt, handeln Fehlanzeige?

Wie hoch sind die Chancen auf Taten?

Die Aufrufe zum schnellen Handeln sind nicht neu, die Gründe dafür, dass nichts passiert, leider auch nicht. Wenn es ans „Eingemachte“ geht, will keiner der Erste sein. Politiker wissen sehr gut, dass Klimaschutz zwar „in“ ist, aber nur so lange, wie keiner die negativen Folgen zu tragen hat. Wer radikale Einschnitte ankündigt, liegt bisher nicht gerade hoch in der Gunst der Wähler.

Rückgang des arktischen Meereises © Arctic Climate Impact Assessment (ACIA), 2004

Aber auch auf internationaler Ebene sieht es nicht besser aus: Noch immer weigern sich einige der „Bösen Buben“ des Klimawandels, wie die USA, signifikante Verpflichtungen im Klimaschutz einzugehen. Solange aber die Hauptverursacher sich nur schleppend bewegen, sehen viele Schwellenländer nicht ein, warum ausgerechnet sie ihr gerade frisch boomendes Wirtschaftswachstum durch Klimaschutzmaßnahmen hemmen sollen.

Genau dies lässt auch die Hoffnungen für den Klimagipfel in Nairobi nicht gerade steigen. Denn nach Ansicht der Klimaforscher wird selbst das Ziel, die Temperaturen nur um maximal zwei Grad ansteigen zu lassen, unerreichbar, wenn nicht bald Nachdrückliches geschieht. „Wenn es nicht international erfolgt, werden wir Reduktionen in dem benötigten Ausmaß nicht schaffen“, warnt auch Nicholas Stern. Und mit jedem Jahr, das ungenutzt verstreicht, müssen stärkere Reduktionsmaßnahmen ergriffen werden, um das Ziel noch zu erreichen.

„Wenn die Schäden sichtbar werden, wird es zu spät sein, um den Prozess noch umzukehren. Deshalb sind wir gezwungen, weit voraus zu blicken“, so Stern. „Auch wenn es noch vieles gibt – in Wissenschaft und Wirtschaft – das wir erst noch verstehen müssen, wir wissen bereits genug, um das Ausmaß der Risiken, den Zeitrahmen für Maßnahmen und das Wie effektiven Handelns zu kennen.“

Ob Sterns Mahnungen und Handlungsempfehlungen allerdings mehr ausrichten können, als bisher die Daten und Argumente der Klimaforscher, ist fraglich. Immerhin packt Stern die Politiker und Wirtschaftsvertreter jetzt dort, wo es ihnen am meisten weh tut: am Geldbeutel.

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Stand: 10.11.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

S.O.S. - Ist das Klima noch zu retten?
Klimakonferenz 2006: Zukunft Verhandlungssache

Glossar
Was ist was im Klimaschutz?

Klimawandel als Gefahr für die Weltwirtschaft?
Ökonomische Folgen des Klimawandels

Ein Prozent jetzt vermeidet zwanzig Prozent später
Kosten-Nutzen-Rechnung im Klimaschutz

Maßnahmen bekannt, handeln Fehlanzeige?
Wie hoch sind die Chancen auf Taten?

Anpassungen an eine angekündigte Katastrophe
Was tun, wenn gar nichts mehr hilft?

Emittieren muss weh tun
Welchen Weg zu weniger Treibhausgas?

Mehr Geld für „grüne Technik“
Energieeffizienz und emissionsarme Technologien

Barrieren im Kopf
Gelingt der Sprung vom Wissen zum Handeln?

Chronik
Klimakonferenzen und ihre Hauptthemen

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

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