Langschläfer oder Kurzschläfer? - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Langschläfer oder Kurzschläfer?

Wie viel Schlaf der Mensch von Natur aus braucht

Fledermäuse verschlafen bis zu 20 Stunden des Tages, Giraffen kommen mit nur zwei Stunden aus – und der Mensch liegt irgendwo dazwischen: Im Mittel schlafen gesunde Erwachsene sieben bis acht Stunden pro Tag. Damit schläft der moderne Mensch heute nicht kürzer als seine Vorfahren: „Man hat angenommen, dass das elektrische Licht, gefolgt von Technologien wie Fernsehen, Internet und Co den Schlaf des Menschen gegenüber der natürlichen Dauer verkürzt und stört“, sagen Jerome Siegel von der University of California in Los Angeles und seine Kollegen.

Doch als die Wissenschaftler die Schlafgewohnheiten der von der modernen Zivilisation noch unberührten Hadza in der Serengeti, der San-Buschleute in der Kalahari und der Tsimane in den Anden untersuchten, zeigte sich: Alle drei Naturvölker schlafen genauso kurz wie wir – im Durchschnitt etwa 6,5 Stunden. Selbst nach den Maßstäben der Schlafzeiten im industrialisierten Europa und Nordamerika gemessen ist das eher wenig.

Kinder benötigen noch viel Schlaf - mit zunehmendem Alter nimmt das Schlafbedürfnis aber ab. © Brian A. Jackson/ thinkstock

Keine einheitliche Norm

Die oft zitierte Annahme, der Mensch brauche mindestens acht bis neun Stunden Schlaf, scheint demnach ein Mythos zu sein. Fakt ist aber auch: Das Schlafbedürfnis verändert sich im Laufe des Lebens und kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Die Spanne reicht dabei von bis zu 17 Stunden bei Säuglingen, zehn bis dreizehn Stunden bei Drei- bis Fünfjährigen und den knapp acht bei Erwachsenen. Dazwischen liegen die Jugendlichen, die meist noch etwas mehr als acht Stunden brauchen. Um diese Mittelwerte herum gibt es völlig normale Abweichungen: Manche Menschen benötigen mehr Schlaf als das Gros ihrer Altersgruppe, manche deutlich weniger.

Wach und leistungsfähig?

Ob jemand an Schlafmangel leidet, lässt sich deshalb nicht anhand der durchgeschlafenen Stunden bemessen. Entscheidend ist eine andere Frage: Wie wach, erholt und leistungsfähig bin ich tagsüber? Wer unwillkürlich einschläft, egal ob am Steuer, auf der Schulbank oder im Büro, hat ein klares Schlafdefizit. Auch wer sich permanent müde fühlt und sich nur schwer konzentrieren kann, bekommt wahrscheinlich zu wenig oder zu schlechten Schlaf.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. weiter

Daniela Albat
Stand: 08.09.2017

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Schlaf
Das geheimnisvollste Drittel unseres Lebens

In einer anderen Welt
Vom Wach- in den Schlafzustand

Aktive Ruhepause
Was im Schlaf passiert

Lernen im Schlaf
Schlummerphasen legen den Grundstein für Lernprozesse

Langschläfer oder Kurzschläfer?
Wie viel Schlaf der Mensch von Natur aus braucht

Nächtliche Störenfriede
Was den Schlaf stört – und welche Folgen das hat

Richtig schlafen
Anleitung für eine erholsame Nacht

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Nachtschicht hemmt die DNA-Reparatur
Ausgebremste Reparatur könnte erhöhtes Krebsrisiko bei Schichtarbeit erklären

Klimawandel raubt uns den Schlaf
Schon ein Grad wärmere Nachttemperaturen erhöhen die Zahl der schlaflosen Nächte

Schlaflos durch Feinstaub und Co
Luftverschmutzung fördert chronische Schlafstörungen

Neuer Blick ins schlafende Gehirn
Kombination von EEG und Spektralanalyse macht subtile Veränderungen sichtbar

Dossiers zum Thema

Anzeige
Anzeige