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Kork in der Antike

Vor Jahrhunderten genutztes Material

Insbesondere die Korkeiche erregte mit ihrer dicken Korkschicht schon früh Aufmerksamkeit: Unsere Vorfahren fanden schon vor Jahrtausenden heraus, dass der Kork nicht nur eine Schutzschicht für das Holzgewächs ist, sondern sich auch als Material nutzen lässt.

Korkernte
Mit einer großen Schneideaxt wird die Korkschicht freihändig von der Korkeiche geschält. © JordiRamisa/ Getty images

Seit der Antike geerntet

Schätzungen zufolge wuchsen schon vor Millionen Jahren im Mittelmeerraum Korkeichen. Für den Menschen interessant wurden sie etwa im 2. Jahrhundert nach Christus: Vor allem in Mittelitalien und in der damaligen römischen Provinz Hispania begannen Menschen bald, den Kork zu gewinnen und zu nutzen.

Dafür muss zunächst die dicke Korkrinde einer älteren Eiche mit einer Schneideaxt vom Stamm geschält werden. Die ersten Korkrinden der Bäume sind noch starr, zerklüftet und sehr verharzt und so kaum verwendbar. Ist der sogenannte „Jungfernrock“ oder „männliche Kork“ aber einmal abgeschält, bildet sich in den nächsten rund zehn Jahren nach der Verwundung der Rinde der „Reproduktionskork“ oder „weibliche Kork“, der deutlich flexibler ist. Dieser kann dann von Juli bis August – während der aktivsten Wachstumsphase der Eiche – geerntet werden.

Wird dabei insgesamt nur etwa ein Drittel der Korkschicht abgeschält, bleiben die darunterliegenden Baumschichten unverwundet und die Eiche vertrocknet nicht, sondern wird stattdessen durch die Schälung zum verstärkten Korkwachstum angeregt. So bildet sich dann zügig eine neue schützende Korkrinde, die nach neun Jahren wieder geschält werden kann. Da die Korkeichen in der Regel ein Alter von mehr als 200 Jahren erreichen, kann man sie insgesamt über 15 Mal schälen und erhält damit 100 bis 200 Kilogramm Kork.

Von Flaschenstöpsel bis Dachabdeckung

Sobald man in der Antike herausgefunden hatte, wie sich der flexible „Reproduktionskork“ ernten lässt, begann man diesen vielseitig anzuwenden: Besonders beliebt war es damals, Stöpsel aus Kork für Öl- und Weinkrüge herzustellen – etwa 60 Prozent der Korkernte wurden dafür verwendet. Die Menschen nutzten dabei die wasser- und gasdichte Eigenschaft des Korks aus, durch die die Getränke lange gelagert und transportiert werden konnten.

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Zur Herstellung eines Flaschenkorkens wurden damals zunächst die gereinigten, fünf bis zwanzig Zentimeter dicken Korkplatten in kochendes Wasser getaucht, gepresst und getrocknet. Im Anschluss schnitt man die Stopfen mit Hohlmessern freihändig aus der Rinde aus. Ideal war dazu langsam wachsender Kork, da dieser eine gleichmäßigere Struktur hat.

In der Antike wurde die wasserdichte Eigenschaft von Kork aber nicht nur für Flaschenkorken ausgenutzt: Auch erste Dächer wurden damals mit Korkrinde abgedeckt, um die Häuser vor Feuchtigkeit zu schützen. Zudem bot sich die Korkrinde dafür an, weil sie nicht brennbar ist und so selbst bei starker Hitze nicht entflammt.

Korkenherstellung
Der Kork wurde bereits in der Antike zu Stöpseln weiterverarbeitet. © Joe_McUbed/ Getty images

Allzweckrohstoff Kork

Neben den Flaschenstöpseln und Dachabdeckungen aus Kork wurden in der Antike aber auch schätzungsweise zwölf Prozent des geernteten Korks zur Herstellung von Sandalen, wie etwa den Crepidae, genutzt. Diese Sandalen bestanden dabei meist aus einer dicken Korksohle, an denen breite Lederriemen angebracht waren, mit denen man sich die Sandalen zuband.

Der Vorteil dabei: Kork ist nicht nur sehr robust gegenüber äußeren Umwelteinflüssen und damit sehr langlebig, sondern nach dem Kochvorgang auch sehr elastisch und passt sich so dem Fuß an. Zudem sorgt der Kork dafür, dass die Schritte abgedämmt wurden, weil er durch das in den winzigen Hohlräumen befindliche Gas elastisch nachgibt. Außerdem waren die Kork-Sohlen billig und einfach herzustellen und deshalb vor allem bei ärmeren Menschen beliebt.

Zudem wurde in der Antike auch von der Eigenschaft, dass Kork in Wasser schwimmt, Gebrauch gemacht: Aus etwa zehn Prozent der damaligen Korkrinden stellten man Schwimmer für Fischernetze und Angeln her. Diese hielten die Netze in Position und zeigten beim Fischen an, wenn Fische an der Angel gefangen wurden.

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Naturstoff Kork
Ein vielseitiges und nachhaltiges Naturmaterial und seine Nutzung

Woher kommt der Kork?
In den Baumstamm geschaut

Kork in der Antike
Vor Jahrhunderten genutztes Material

Vielseitiger Rohstoff
Die heutige Verwendung von Kork

Wichtiger Teil der Natur
Landschaftsschützer, Klimafaktor und Lebensraum

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