„Körner“ und Flecken im Visier - scinexx | Das Wissensmagazin
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Die Erforschung kleinskaliger Sonnenphänomene

„Körner“ und Flecken im Visier

Mittlerweile können die Sonnenforscher auch verhältnismäßig kleinskalige Phänomene untersuchen. Ein aktuelles Beispiel dafür bietet die so genannte Supergranulation. Hierbei handelt es sich um Konvektionszellen, die Ausdehnungen um 30.000 Kilometer besitzen. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Umverteilung des magnetischen Flusses auf der Sonnenoberfläche.

Die Wissenschaftler waren erstaunt festzustellen, dass sich das Muster der Supergranulen in Rotationsrichtung der Sonne schneller ausbreitet als der lokale Plasmastrom. Dieses Verhalten erinnert an eine fortschreitende Welle. Noch allerdings sind die Forscher weit von einem Verständnis der Supergranulation entfernt und setzen auf weitere Beobachtungen und verfeinerte theoretische Methoden.

Dunkle Flecken mit (noch) rätselhafter Ursache

Auch das älteste bekannte Phänomen auf der Sonne, die dunklen Flecken, gehören mittlerweile zu den Forschungsobjekten der Helioseismologie. Sonnenflecken sind Gebiete, in denen die Energieversorgung aus dem Innern beeinträchtigt ist und deren Temperatur etwa um 1.500 Grad unter jener der ungestörten Oberfläche (Photosphäre) liegt – weshalb sie im Kontrast schwarz erscheinen. So gelang es, die räumliche Geschwindigkeitsverteilung des Gases unterhalb von solchen Flecken zu messen.

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Die Forscher gehen davon aus, dass die beobachteten Störungen in der Strömung durch eine Kombination aus magnetischen und Temperatur- Anomalien verursacht werden, die sie derzeit noch nicht enträtseln können. Die Entdeckung organisierter Strömungen unterhalb von Sonnenflecken könnte die Frage klären helfen, warum die Flecken über viele Wochen hinweg als stabile Strukturen bestehen bleiben.

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Die lokale Helioseismologie befindet sich noch in ihrer Entwicklung, verspricht aber viele weitere Entdeckungen. Zu den zahlreichen ehrgeizigen Zielen gehört die direkte Abbildung des Magnetfelds im Innern der Sonne. Hierfür ist es nötig, lokale Anisotropien in der Wellenausbreitung zu messen, wobei die Wellengeschwindigkeiten entlang und quer zu den Magnetfeldlinien unterschieden werden müssen.

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Stand: 09.12.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Am Puls der Sonne
Schallwellen verraten solare Geheimnisse

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Testfall Sonne
Die Messung der solaren Oszillation

Gasblasen und Neutrinos
Neue solare Erkenntnisse

Eruptionen legen Stromnetze lahm
Solare Ausbrüche wirken sich auch auf die Erde aus

Rätsel der Fleckenpaare
Der Aktivitätszyklus der Sonne und seine „Symptome“

Wandernde Welle
Indizien bestätigen Dynoamotheorien

„Körner“ und Flecken im Visier
Die Erforschung kleinskaliger Sonnenphänomene

Beben auf fernen Sternen
Von der Helio- zur Asteroseismologie

Mit geschärftem Blick
Die Zukunft der Helio- und Asteroseismologie

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