Klare Regeln - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Masse ist Trumpf

Klare Regeln

Die ökologische Netzwerkforschung hat im letzten Jahrzehnt wesentliche Durchbrüche erzielt. So wurden Muster in den Netzwerkstrukturen entschlüsselt. Diese zeigen, dass die Organisation der „Wer-frisst-wen“-Interaktionen nicht zufällig verteilt, sondern hochgradig organisiert ist. Klare Regeln, basierend auf den mittleren Körpermassen der Arten, legen fest, wer wen physisch überwältigen und konsumieren kann.

{1l}

Dies erzeugt eine Architektur natürlicher Ökosysteme, bei der kleinere Arten eher an der Basis des ökologischen Netzwerkes stehen und große Arten oft die Topprädatoren der Systeme sind. Diese auffällige Körpermassenstruktur der Systeme wurde sowohl in wasser- und landgebundenen Lebensräumen gefunden und dokumentiert. Gleichzeitig besteht ein enger Zusammenhang zwischen den Körpermassen von Arten und ihren metabolischen Raten: Große Arten leben mit einem komplexeren Atmungssystem und entsprechenden energetischen Anforderungen als kleinere.

Diese zunächst einfachen, universellen Zusammenhänge können genutzt werden, um ökologische Netzwerkmodelle zu bauen, die gleichzeitig die Netzwerkarchitektur der Interaktionen vorhersagen und den metabolischen Motor der ökologischen Prozesse definieren. So entstehen dynamische Modelle ökologischer Netzwerke mit Interaktionen zwischen Populationen und den biologischen Prozessen von Atmungsvorgängen, Wachstum, Tod und Fraß.

Diese Netzwerkmodelle erlauben neue Vorhersagen zur Konsequenz von Artensterben, das in diesem Rahmen auch mit einer ethisch vertretbaren und langfristig angelegten Methodik zu untersuchen ist.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. weiter

Ulrich Brose, Universität Göttingen /DFG Forschung 2/2012
Stand: 16.08.2012

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Komplexer ist einfacher
Wie wirkt sich das Artensterben auf Ökosysteme aus?

Von der Assel zum Vogel
Artensterben und das einzelne Ökosystem

Kaskaden im Netzwerk
Sekundäres Aussterben und seine Folgen

Klare Regeln
Masse ist Trumpf

Große Arten als Stabilisatoren
Warum einfache Modelle für die Prognose nicht ausreichen

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Klimawandel ist zu schnell für viele Säugetiere
Jede zehnte Art kann der Verlagerung ihres Lebensraums nicht folgen

Artenschutz: Nashorn und Grauwal als Verlierer des Jahres
Menschenverursachtes Artensterben und Waldzerstörung schreiten auch 2011 ungebremst voran

Europa: Rote Liste wird länger
Naturerbe zeigt alarmierende Verlustzahlen

Klimawandel bedroht Meeresorganismen stärker
Ohne Anpassung könnte es zu einem erhöhten Artensterben kommen

Dossiers zum Thema

Anzeige
Anzeige