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Karriere im Zick-Zack-Modus

Wie Galilei zum Forscher wurde

Alles beginnt im Jahr 1564 in Pisa. Am 15. Februar wird Galileo Galilei dort als erstes Kind von Giulia degli Ammannati und Vincenzo Galilei geboren. Sein Vater entstammt zwar einer durchaus angesehenen Patrizierfamilie aus Florenz, doch Geld ist Mangelware im Hause Galilei. Als Tuchhändler und Musiker muss Vincenzo sich und seine Familie – am Ende haben die Galileis sechs Kinder – im ausgehenden Mittelalter über Wasser halten. Keine einfache Aufgabe.

Vom Novizen zum Medizinstudenten

In der Folge deutet zunächst noch nichts auf Galileo Galieis kommende strahlende Zukunft hin. Als der Junge zehn Jahre alt ist, beschließt die Familie nach Florenz umzusiedeln und dort ihr Glück zu versuchen. Auch für den aufgeweckten und vielseitig interessierten Sprössling wird Florenz zum Neubeginn – und zum Startschuss für ein Patchwork-Leben. Denn der Weg Galileos ist in den folgenden Jahren keineswegs gerade, sondern verschlungen, ein Werdegang im Zick-Zack-Modus.

Im Alter von 15 Jahren geht es los als Galilei als Novize in einem Vallembrosaner Kloster landet. Dort sammelt er unter anderem erste Erfahrungen mit der Astrologie und auch sonst gefällt ihm das Klosterleben ganz gut. Mönch werden, etwa im Benediktinerorden, das könnte es sein, denkt Galilei. Doch sein Vater hat ganz andere Pläne mit ihm. Was „Besseres“ werden soll aus ihm, am Besten wird er Arzt. Dann hat er ein gutes Einkommen und kann sogar auch noch dem Rest der Familie finanziell unter die Arme greifen. Das hat sich Vincenzo Galilei fest in den Kopf gesetzt und Galileo folgt dessen Diktat.

1581 geht er als 17-Jähriger nach Pisa und schreibt sich an der dortigen Universität als Medizinstudent ein. Doch mit der Zeit merkt Galilei, dass ihm das Fach nicht wirklich am Herzen liegt. Schließlich bricht er seine Ausbildung ab, um sich anderen Dingen zuzuwenden.

Mathematiker mit Leidenschaft…

Mathematiker will er werden, da ist sich Galileo mittlerweile sicher. Längst hat er einige spannende Vorträge und Vorlesungen zum Thema gehört und nun beginnt er sich ganz und gar dieser Wissenschaft und speziell der Geometrie zu widmen. „Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen“: Dies ist sein Wahlspruch und er bemüht sich in der Folge, seine Forderung mit Leben zu füllen. Stark beeinflusst ihn in seinem frühen Forscherdrang der angesehene Gelehrte Ostilio Ricci. Der lehrt nicht nur in Florenz Mathematik, sondern ist auch als Ingenieur und Ballistiker für den Großherzog der Toskana tätig.

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Zunächst hört Galilei noch in Pisa aufmerksam den dortigen Mathematik-Gelehrten zu, er führt aber auch bereits erste eigene Experimente zum Beispiel zu Pendelbewegungen durch. Dabei erkennt er, zumindest der Legende nach, anhand der Leuchter im Dom Santa Maria Assunta, dass Pendel ideale Taktgeber sein könnten. Und der Jungforscher macht sich auch schon Gedanken über die Konstruktion einer genau gehenden Pendeluhr – eine Idee, die ihn Zeit seines Lebens begleiten wird.

… und genialer Erfinder

1585 beendet Galilei schließlich das Mathematikstudium in Pisa. Er kehrt jedoch ohne Abschluss nach Florenz zurück. Dort beschäftigt er sich aber weiter mit dem Fach und hält sich dabei mit Privatunterricht über Wasser. Nebenbei erreicht Galilei durch wissenschaftliche Vorträge – oft vor einem ebenso interessierten wie erlesenen Publikum – eine gewisse Berühmtheit. Gerade mal 22 Jahre alt, erfindet er 1586 aber auch ein neues wissenschaftliches Instrument, die so genannte hydrostatische Waage. Mit ihr kann man das spezifische Gewicht eines Körpers präzise bestimmen.

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Stand: 30.04.2010

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Galileo Galilei
Wissenschafts-Genie und Revolutionär

In den Krallen der Inquisition
Wie Galilei seinen Lehren abschwört

Karriere im Zick-Zack-Modus
Wie Galilei zum Forscher wurde

Galilei im freien Fall
Eine schiefe Ebene und noch viel mehr

Exkurs: Alles dreht sich – aber um was?
Geo- und heliozentrisches Weltbilder

Das Fernrohr enträtselt den Himmel
Wie Galilei die Astronomie voran bringt

Die Sonne im Visier
Galilei als Fan des heliozentrischen Weltbildes

Vom Forscher zum Ketzer
Galilei wird angeklagt

Showdown in Rom
Galilei vor Gericht

Galilei: ein Mythos bröckelt
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