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Ist das noch Wissenschaft?

Wo endet die Theorie und beginnt die Spekulation?

Ein Problem haben alle Modelle und Szenarien zu Parallelwelten und Multiversen gemeinsam: Sie sind reine Theorie. Überprüfen lassen sie sich – zumindest mit heutigen Mitteln – nicht. Denn per Definition können wir nicht über unser eigenes Universum hinausschauen und damit lässt sich die Existenz anderer Universen auch nicht beweisen.

Nicht substanzieller als eine Seifenblase? © freeimages

Unmöglich…

Nach Ansicht einiger Kritiker wird ein Beweis von Paralleluniversen genau aus diesem quasi in die Modelle eingebauten Grund niemals der Fall sein. Damit aber sei die Theorien paralleler Welten keine echte Wissenschaft, sondern nichts weiter als eine Idee, ein reines Gedankengebäude. Denn was man nicht einmal im Ansatz beweisen kann, bleibt ihrer Ansicht nach reine Spekulation.

„Wie kann es passieren, dass Leute dafür bezahlt werden, über Dinge zu sprechen, die nie gemessen werden können und vermutlich nicht wahr sind?“, kommentiert beispielsweise der US-Physiker Robert B. Laughlin. Er lehnt spekulative Theorien grundsätzlich ab, da sie sich seiner Meinung nach nicht auf messbare Fakten stützen.

…oder doch nur eine Frage der Zeit?

Andere sehen dies nicht ganz so extrem: Der britische Physiker Paul Davies, bekannt unter anderem durch seine populärwissenschaftlichen Bücher, hält auch nicht beweisbare Theorien durchaus für berechtigt und möglicherweise sogar richtig. „Zwar mag eine direkte Bestätigung der Multiversums-Hypothesen nicht möglich sein, das aber schließt nicht aus, dass sie vielleicht doch indirekt getestet werden können“, konstatiert er. Denn die Theorien, von denen diese Modelle abgeleitet sind, seien durchaus überprüft oder überprüfbar. Es sei daher durchaus zulässig, auf dieser Basis nicht beobachtbare Phänomene zu postulieren.

Der String-Physiker und Buchautor Brian Greene sieht dies ähnlich – und hält es für nicht ausgeschlossen, dass wir eines Tages doch Belege für Paralleluniversen finden werden: „Ob es Jahre, Jahrzehnte oder noch länger dauern wird, bis neue Beobachtungen und theoretische Fortschritte zu detaillierten Vorhersagen über ein bestimmtes Multiversum führen, weiß niemand“, schreibt er in seinem Buch „The Hidden Reality“. Unmöglich ist es aber seiner Ansicht nach nicht.

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Nadja Podbregar
Stand: 07.11.2014

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Parallelwelten
Leben wir in einem Multiversum?

Stellknöpfe an der Kosmos-Maschine
Das Anthropische Prinzip und parallele Welten

Blasen im Nichts
Die kosmische Inflation und das Multiversum

Verzweigte Wirklichkeiten
Die Quantenmechanik der vielen Welten

Braneworlds
Von Scheibenuniversen und Urknallzyklen

Parallelwelt aus dem Schwarzen Loch
Wo Einstein endet und die Quantenphysik übernimmt

Ist das noch Wissenschaft?
Wo endet die Theorie und beginnt die Spekulation?

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