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Virtuelle Verbindung zum Arzt

Intelligente Sensoren

Digitalisierte Medizindaten dienen nicht nur der Forschung, sondern sie können auch unmittelbar zur Entlastung der Ärzte beitragen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn chronische Patienten virtuell mit dem Arzt in Verbindung bleiben. Bernhard Wolf und sein Team haben in den vergangenen Jahren mit dem System COMES einen Prototyp dafür entwickelt.

Sensoren überwachen den Zustand des Patienten. Stimmt etwas nicht, schlägt das System Alarm. © Jane Kelly/ thinkstock

Das System erhebt mit Hilfe verschiedener Sensoren individuelle Daten und funkt sie an eine Datenbank. Dort werden sie verarbeitet und ausgewertet. Überschreitet ein Wert die vorgegebenen Grenzwerte, alarmiert das System per Handy automatisch den behandelnden Arzt oder den zuständigen Pflegedienst. So kann man beispielsweise Puls und Blutdruck überwachen, aber auch über den Hautwiderstand feststellen, ob die Person genügend getrunken hat. Ebenso kann das Gerät Blutzuckerwerte weiterleiten oder das Gewicht überwachen.

Überwacht und doch unabhängig

Wichtig dabei ist stets, dass der Patient die Daten freigeben muss, er wird also nie zwangsweise überwacht. Denn COMES ist so konzipiert, dass der Nutzer einerseits über eine Datenbank seine medizinischen Daten kontrollieren und diese bei Bedarf für den Arzt freigeben kann, andererseits über Feedbacksysteme selbst zusätzliche Informationen erhält. Der Arzt hingegen ist in der Lage, mit COMES ausgestattete Patienten in der Therapie zu verfolgen, bei entsprechender Datenlage vorsorglich einzugreifen oder im Falle seiner Verhinderung oder Abwesenheit über das medizinische Zentrum Interventionen zu veranlassen.

„Wir haben in einer ganzen Reihe von Studien ermittelt, dass sich die Patienten durch die regelmäßige sensorische Begleitung sicherer und trotzdem unabhängiger fühlen“, sagt Wolf. Nun soll das Gerät von einer Ausgründung vermarktet werden. In der praktischen Erprobung hat COMES bereits interessante praktische Ergebnisse erbracht. So konnten die Forscher beispielsweise zeigen, dass bestimmte Musikstücke oder Klangmuster bei vielen Patienten blutdrucksenkend wirken.

Zahnschiene SensoBite: Ein Sensor misst den Druck bei nächtlichem Zähneknirschen. Aus den aufgezeichneten Daten lassen sich Therapieansätze ableiten. © Bernhard Schmidt / TU München

Intelligente Zahnschiene für „Knirscher“

Ein anderes Beispiel ist die intelligente Zahnschiene namens SensoBite. Es handelt sich um eine Beißschiene, wie sie vom Zahnarzt bei nächtlichem Zähneknirschen verordnet wird. In ihr ist ein piezoelektrisches Sensorsystem integriert, das die Kaubewegungen misst. Ein Funktransmitter sendet die Messdaten drahtlos an einen Empfänger, der die Größe einer Streichholzschachtel besitzt und sich am Schlafplatz oder am Körper des Patienten befindet.

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Über eine USB-Schnittstelle können die gespeicherten Daten auf den Computer des behandelnden Arztes übertragen werden oder per Biofeedback dem Schläfer unmittelbar ein Vibrationssignal geben. So kann entweder der Arzt die Ursachen des Knirschens analysieren oder der Patient sich das Knirschen direkt abgewöhnen.

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TU München
Stand: 05.01.2018

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Inhalt des Dossiers

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Intelligente Sensoren
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