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Hunger, Krebs und Missbildungen

Die humanitäre Katastrophe

Eine Million irakischer Kinder ist chronisch unterernährt, immer mehr Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, das Gesundheitssystem ist fast vollständig zusammengebrochen und wird fast nur noch von internationalen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz notdürftig am Leben gehalten. Im Irak fehlt es an allem, was selbst für eine notdürftige medizinische Versorgung der Bevölkerung gebraucht wird.

Krebs und Missbildungen

Darüberhinaus haben der nur wenige Monate dauernde Golfkrieg 1991 und die Zeit der Aufräumarbeiten in den Jahren danach bei den Menschen deutliche Spuren hinterlassen. So haben sich die Krebserkrankungen in der Region um Basra, die aufgrund ihrer wichtigen geostrategischen Lage lange Zeit im Mittelpunkt der Kämpfe stand, nach Angaben von Gesundheitsexperten nach dem Golfkrieg vervierfacht. Andere Gebiete melden immerhin noch eine Verdoppelung der Krebsfälle. Auch Missbildungen von Föten und Neugeborenen, manchmal fehlen Gliedmaßen oder sogar der Kopf, und Fehl- sowie Totgeburten sind seitdem an der Tagesordnung.

Die vorhandenen Medikamente und medizinischen Geräte reichen – zum Teil auch aufgrund der UNO-Sanktionen, die die Einfuhr bestimmter Güter verbieten – nicht aus, um diesen Schwerkranken wirklich helfen zu können. An irgendeinem der notwendigen Präparat mangelt es immer, um eine Chemotherapie durchzuführen oder um die Schmerzen zu lindern.

Infektionskrankheiten

Genauso rapide angestiegen sind im Irak in den letzten zehn Jahren Infektionskrankheiten, die durch mikrobenverseuchtes Trinkwasser bedingt sind. Gerade in den ländlichen Gebieten fehlt häufig der Zugang zu sauberen Trinkwasser, weil die Wasseraufbereitungsanlagen marode sind und nur noch unzureichend arbeiten.

Hunger

Die seit Jahren andauernde Hungersnot in vielen Teilen des Landes verschärft die ohnehin kritische Gesundheitssituation noch weiter. Erst das Mitte der 1990er Jahre initiierte Programm „oil for food“ konnte die Situation ein wenig verbessern. Diese UNO-Initiative erlaubt es dem Irak, eine bestimmte Menge an Erdöl zu exportieren, um für das eingenommene Geld Lebensmittel einzukaufen. Neben Reis, Öl oder Zucker werden mittlerweile über ein nationales Verteilungssystem auch Hülsenfrüchte und Milchpulver ausgegeben.

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Nach offiziellen Statistiken hat heute jeder Iraker immerhin durchschnittlich mehr als 2.000 Kalorien am Tag zur Verfügung. Fleisch, Fisch und viele Milchprodukte fehlen aber fast vollständig. Kein Wunder, dass das Immunsystem vieler Menschen durch die Mangelernährung mittlerweile empfindlich geschwächt ist und damit ein optimaler Nährboden für Folgeerkrankungen vorhanden ist.

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Stand: 13.01.2003

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Irak
Von der Wiege der Kulturen zum internationalen Krisengebiet

Vom Paradies zum Land ohne Hoffnung?
5.000 Jahre Mesopotamien

Von Städten, Palästen und Müllproblemen
Mesopotamien vor 5.000 Jahren

Babylon als Nabel der Welt
Aufstieg und Niedergang Mesopotamiens

Nebukadnezars Nachfolger
Der Irak unter Saddam Hussein

Ein Land vor dem Kollaps...
Von UNO-Sanktionen und hausgemachten Problemen

Saddam-Land
Der Irak im Überblick

Hunger, Krebs und Missbildungen
Die humanitäre Katastrophe

Wie gefährlich ist Uran-Munition?
Die Suche nach den Gründen für Krebs und Golfkrieg-Syndrom

Vom Garten Eden zur Wüste
Die größte Umweltkatastrophen aller Zeiten?

Worst case oder Eden again?
Gibt es noch eine Rettung für die mesopotamischen Feuchtgebiete?

El Dorado für fossile Brennstoffe
Erdöl im Irak

Aufmarsch am Golf
Die Ölmultis rüsten auf

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