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Fast die gesamte Nordhalbkugel ist betroffen

Hitze überall

Deutschland und Mitteleuropa sind nicht die einzigen Regionen, die in diesem Jahr einen Ausnahmesommer erleben. Trockenheit und Hitze plagen weite Teile der Nordhalbkugel. Sogar in der Arktis fallen reihenweise die Temperaturrekorde.

Der Ort Quriyat im Oman hat mit 42,6 Grad die heißeste Nacht der Welt erlebt. © Andries Oudshoorn/ CC-by-sa 2.0

Die US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat seit Ende Juni weltweit mehr als 2.700 neue Tages-Hitzerekorde registriert, dazu kommen 5.000 nächtliche Rekordwerte. Denn ähnlich wie bei uns kühlt es sich in vielen Gegenden selbst nachts nur wenig ab. Besonders heftig mussten dies im Juni die Bewohner des Orts Quriyat im Oman erleben: Dort sanken die Temperaturen selbst nachts nicht unter 42,6 Grad – ein weltweiter Allzeitrekord.

30 Grad am Polarmeer

In Nordeuropa ist es bereits seit Mai ungewöhnlich warm und trocken: Teile Skandinaviens erlebten den wärmsten Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und seither ist es kaum mehr abgekühlt. In Lappland wurden Mitte Juli Temperaturen von 33,4 Grad gemessen – zum ersten Mal überhaupt in dieser Region. Als Folge der Hitze, trockener Sommergewitter und einer anhaltenden Trockenheit stehen in Schweden ganze Wälder in Flammen. Auch die Temperaturen der nördlichen Ostsee zwischen Schweden und Finnland erinnern inzwischen eher an das Mittelmeer als an den hohen Norden. Denn das Wasser ist dort im Moment acht Grad wärmer als normalerweise um diese Zeit.

Viel zu warm: Temperaturanomalien der ersten Julihälfte in Skandinavien verglichen mit dem Mittel von 2000 bis 2015. © NASA Earth Observatory

Ebenfalls zu warm ist es weit nördlich des Polarkreises. An der russischen Nordpolarmeer-Küste stieg das Thermometer im Juli auf mehr als 30 Grad. Am Leuchtturm von Makkaur in Norwegen registrierte die Wetterstation am 19. Juli eine Temperatur von 25,2 Grad – in der Nacht. Angesichts der Tatsache, dass dieser Ort 500 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt, ist eine so hohe Minimumtemperatur extrem ungewöhnlich – und ein absoluter Rekord für die Arktis. „Das ist wirklich unglaublich und eine der intensivsten Hitzewellen, die ich jemals so weit nördlich gesehen habe“, kommentiert der US-Meteorologe Nick Humphrey.

Hitze auch in Japan und Nordamerika

Ähnlich wie Europa erlebt Nordamerika in diesem Sommer ebenfalls Hitzewellen in Serie. Zeitweise kletterte das Thermometer in Südkalifornien auf über 43 Grad, in Texas wurden mehr als 44 Grad gemessen. Selbst im hochgelegenen Denver in Colorado erreichten Anfang Juli die Temperaturen gut 40 Grad. Im kanadischen Montreal starben 34 Menschen an den Folgen der Hitze, noch einmal so viele waren es im Rest Kanadas. Auch der hohe Norden des Kontinents ist nicht von der Hitze verschont geblieben: In Alaska wurden bei Temperaturen von über 30 Grad gleich an mehreren Orten Hitzerekorde gebrochen.

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Japan leidet ebenfalls seit Wochen unter anomal heißem Wetter, mehr als 80 Menschen sind dort bereits an den Folgen der Hitze gestorben. In Kyoto stiegen die Temperaturen im Juli an sieben Tagen in Folge auf über 38 Grad – erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Am 23. Juli wurde in Tokio sogar ein neuer Allzeit-Landesrekord erreicht: Es war 41 Grad heiß.

Ist das noch „normal“?

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Nadja Podbregar
Stand: 03.08.2018

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Hitzesommer 2018
Ausreißer oder Klimawandel-Trend?

Tropenklima in Deutschland
Zu heiß, zu trocken und zu sonnig

Blockade im Luftraum
Wodurch kommt das anhaltend warme Wetter zustande?

Hitze überall
Fast die gesamte Nordhalbkugel ist betroffen

Ist der Klimawandel schuld?
Von Einzelereignissen, Häufigkeiten und Prognosen

Stau auf der Windautobahn
Jetstream, Wetterextreme und der Klimawandel

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