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Hitze, Hochwasser und Tornados

Weltweite Wetterextreme 2003

Doch nicht nur in Deutschland, auch weltweit schlägt das Klima immer häufiger Kapriolen: Die Lufttemperaturen im Mai 2003 erreichten im weltweiten Durchschnitt den zweithöchsten Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1880, dies meldete die World Meteorological Organisation (WMO) in ihrem neuesten Bericht.

Besonders heiß wurde es in Indien: Eine wochenlang andauernde Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 50°C kostete Ende Mai mindestens 1.400 Menschen das Leben. Der erlösende Monsunregen hatte sich verspätet und kühlte den atmosphärischen Glutofen erst Anfang Juni wieder ab. Im benachbarten Sri Lanka herrschte dagegen das andere Extrem: Sintflutartige Regenfälle lösten Überschwemmungen und Erdrutsche aus, denen 300 Menschen zum Opfer fielen.

In China lässt inzwischen fast alljährlich ein „Jahrhunderthochwasser“ den Yangtse und andere große Flüsse über die Ufer treten und raubt immer wieder Tausenden von Menschen ihre Existenzgrundlage oder sogar das Leben.

Das Gegenteil macht dem Grenzgebiet zwischen Kasachstan und Usbekistan zu schaffen: Hier führt die anhaltende Trockenheit zu einer beschleunigten Verlandung des Aralsees. 1960 noch das größte Binnenmeer der Erde, ist der einst 65 Meter tiefe Salzsee heute nur noch 30 Meter tief – vier Meter weniger als ursprünglich für das Jahr 2002 prognostiziert. Hält der Trend an, könnte der durch den Schrumpfungsprozess inzwischen zweigeteilte See schon im Jahr 2015 vollends verschwunden sein.

Waldbrände in Portugal Sommer 2003 © NASA

Europa leidet nach dem Wasserüberschuss des letzten Jahres ebenfalls unter Wassermangel: In Italien zieht die schwere Dürre gravierende Ernteausfälle nach sich, alleine beim Obst drohen Einbußen von bis zu einem Viertel. Die großen Flüsse führen extreme Niedrigwasser. Vielerorts drohen Trinkwassermangel, Kraftwerkskühlungen fallen aus und die Binnenschiffahrt wurde zeitweilig ganz eingestellt. In Portugal, Spanien, Italien und Südfrankreich vernichten Brände ganze Wälder.

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Auch aus den USA werden rekordverdächtige Wetterextreme gemeldet: Im Mai 2003 registrierten die Meteorologen dort 562 Tornados, 163 mehr als jemals zuvor in einem einzelnen Monat. Bereits im vergangenen Jahr hatten Tornadoserien im April und November den Mittleren Westen und Osten des Landes heimgesucht und die höchsten Tornadoschäden aller Zeiten hinterlassen. Unwetter und Stürme häufen sich auch in Europa.

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Stand: 21.08.2003

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Wetterextreme
Klimatische "Ausrutscher" oder Folgen des Klimawandels?

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