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Wie Paviane zur Plage werden

Heimatlose Affen

Paviane im Kruger Nationalpark © Tom Adams / gemeinfrei

Bärenpaviane sind in Südafrika keine Seltenheit. Die Affen bewohnen die vielfältigsten Lebensräume – von Waldland und Savannen über Steppen bis hin zu Halbwüsten oder Bergregionen. Trotzdem haben sie mit vielfältigen Problemen zu kämpfen. So werden die Tiere beispielsweise gerne von Jägern getötet und anschließend auf südafrikanischen Märkten zum Verkauf angeboten, da sie eine wichtige Rolle in der traditionellen Medizin spielen.

Vom Allesfresser zum Traubenliebhaber

Hinzu kommt, dass der Mensch immer weiter in ihre Lebensräume vordringt, um diese beispielsweise für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen. So wie in den Weinbaugebieten nahe Kapstadt oder 60 Kilometer weiter östlich in der Region Franschhoek. Dort hat sich in den letzten Jahrzehnten eines der wichtigsten Winzerzentren insbesondere für die Produktion erlesener Spitzenweine entwickelt. In Franschhoek waren es neben neuen Weingärten auch Naturkatastrophen wie Waldbrände, die in den letzten Jahren viele Siedlungsgebiete der Affen vernichteten.

Doch die intelligenten Tiere, die normalerweise Allesfresser sind und neben Naturfrüchten, auch Blätter, Samen, Insekten oder kleine Wirbeltiere auf dem Speisezettel stehen haben, erwiesen sich als echte Überlebenskünstler – sehr zum Leidwesen der Winzer. Denn in großen Rudeln dringen sie in die Weinberge ein, fressen die Rebstöcke kahl und sorgen so für große wirtschaftliche Schäden. Selbst aggressive oder kuriose Schutzmaßnahmen der Weingutbesitzer wie Elektrozäune oder Lärm aus Vuvuzela-Tröten konnten sie bisher nicht von ihren Trauben-Raubzügen abhalten.

Pavian am Cape Point, ein Kliff am Südende der Kap-Halbinsel in Südafrika © gemeinfrei

Landraub schafft Konflikte

Pavian-Experten wie Justin O’Riain von der Universität Kapstadt sehen auch in Zukunft wenig Chancen die Pavianplage auf friedliche Art und Weise in den Griff zu bekommen. „Wo es einen Berg gibt, da gibt es auch einen Pavian“, erklärt O’Riain im Spiegel. „Je mehr wir von ihrem Land wegnehmen, desto größer wird der Konflikt.“

Angriffslustige Paviane

Dies zeigt sich in der Kap-Region mittlerweile auch auf eine ganz andere Art und Weise. Denn längst haben die Paviane nicht nur die Weinbaugebiete erobert, sondern sie dringen auf der Suche nach Nahrung auch in viele Dörfer und Städte ein. Dabei machen sie selbst vor den Vororten der Metropole Kapstadt nicht halt und führen dort regelmäßig Überfälle auf Picknickplätze oder Autos durch. Oder sie verwüsten Vorgärten und belästigen Touristen etwa am Kap der Guten Hoffnung. Längst gab es auch einige Verletzte durch Pavianbisse zu beklagen.

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„Die Paviane müssen wieder lernen, dass Menschen nicht ihre Freunde sind. Sie sind zu sehr gewöhnt an uns. Die natürliche Furcht, die die Paviane vor den Menschen hatten, ist weg. Und dass ist einer der Gründe dafür, warum wir auf der Halbinsel solche Probleme haben“, sagte Linden Rhoda von der Nature Conservation Corporation im Mai 2010 in der Zeitung „Daily Times“. Zusammen mit anderen Forschern ist Rhoda seit August 2009 an der Überwachung der Tiere in und um Kapstadt beteiligt.

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Dieter Lohmann
Stand: 02.07.2010

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Überlebenskampf am Kap
Südafrikas Artenvielfalt in Gefahr?

Natur-Wunderland Südafrika
Ein Füllhorn voller Arten

Mit Gift und Armbrust auf Nashornjagd
Wilderei: Kein Ende in Sicht

Tierische Andenken
Der Handel mit Naturprodukten boomt

Seeohren vor dem Aus
Südafrika und die Abalone-Piraten

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Das Geschäft mit Farmen und Trophäenjagden

Elefanten keulen oder nicht?
Streit um den Dickhäuter-Boom

Eingesperrte Dickhäuter oder Plattmacher?
Pro und contra Massentötungen

Der Run auf die Teufelskralle
Heilpflanze in Gefahr

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