Grünalgen und Jochalgen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Grünalgen und Jochalgen

Kolonieleben mit Arbeitsteilung

Kolonie der Grünalge Volvox bei 160-facher Vergrößerung © Ralf Wagner

Wenn man sich einen Wassertropfen unter dem Mikroskop ansieht, finden sich darin häufig symmetrische kugelförmige Gebilde, die wie durchsichtige Golfbälle aussehen. In der Kugel befinden sich mehrere kleinere. Dabei handelt es sich um Kolonien der Grünalge Volvox. Diese sind nicht nur schön, sondern beinahe sogar intelligent. Denn innerhalb der Kolonie gibt es eine richtige Arbeitsteilung. Ein Teil der Zellen ist nur für die Vermehrung zuständig und befindet sich hauptsächlich am hinteren Pol der Kugel. Für die Fortbewegung sorgen die vorderen kleineren Zellen, die oft längere Geißeln haben als die übrigen Individuen. Es gibt eine bevorzugte Bewegungsrichtung, die sich nach dem Lichteinfall orientiert. Die Zellen stehen über ein symmetrisch gebautes Netzwerk von Plasmabrücken miteinander in Verbindung, das es ihnen ermöglicht, Informationen in Form von Signalen auszutauschen. Dies geschieht zum Beispiel, wenn ein Hindernis im Weg ist und die Richtung geändert werden muss.

Einen interessanten Anblick bietet auch die Kolonie von Scenedesmus. Hier sind meist vier Zellen aneinandergereiht. Die äußeren haben jeweils zwei lange Fäden, die es der Kolonie ermöglichen, im Wasser zu schweben.

Die Grünalge Pediastrum duplex bei 640-facher Vergrößerung © Ralf Wagner

Grünalgen sind weit verbreitet. Die meisten Arten leben im Süßwasser. Nur zehn Prozent sind Meeresbewohner.

Nur wenige Arten, beispielsweise Spirogyra, vermehren sich auf einmal so massenhaft, dass es zur Bildung von Wasserblüten kommt. Einige fädige Arten bilden bei starkem Nährstoffangebot so genannte Watten aus. Dabei verflechten sich die einzelnen Fäden ineinander und bilden Aggregate, die meist an der Oberfläche schwimmen.

Closterium (Jochalge) © Mark Simmons

Die Chlorophyten haben mehr Gemeinsamkeiten mit den höheren Pflanzen als alle anderen Algenarten. Sie haben dieselbe Pigmentzusammensetzung, denselben Zellwandaufbau und speichern ihre Reservepolysaccharide in Form von Stärke. Zu den schönsten Chlorophyten zählen wohl die Jochalgen. Sie fallen vor allem wegen ihrer Symmetrie ins Auge. Meist bestehen sie aus zwei spiegelbildgleichen Zellhälften, die über ein schmales Band miteinander verbunden sind. Es gibt sie nur im Süßwasser, und das auch nur unter absolut sauberen und unbelasteten Milieubedingungen. In diese Gruppe gehören auch die Zieralgen, die hauptsächlich in Hochmoorgewässern anzutreffen sind, weil sie zum Überleben eine saure Umgebung benötigen.

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Stand: 15.04.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Leben im Wassertropfen
Ein Kosmos für sich

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Bakterien
Unerlässlich für Mensch und Natur

Cyanobakterien
Bindeglied zwischen Bakterien und Pflanzen

Goldalgen
Schön, aber gefährlich

Diatomeen
Lebende Fossilien

Euglenophyta und Dinophyta
Einzeller mit effektiven Verteidigungsstrategien

Grünalgen und Jochalgen
Kolonieleben mit Arbeitsteilung

Zooplankton
Der Zoo unter der Lupe

Wasserflöhe
Krebse im Miniformat

Überlebenskünstler
Anpassung an widrige Umweltbedingungen

Zeigerorganismen
Artenvielfalt sagt Wassergüte voraus

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