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Grenzenlose Vielfalt

Jede Tierart hat ihren Baustil

Imposant ragt es in der New Yorker Skyline empor und scheint mit seiner spitzen Antenne die Wolken zu streifen: Das Empire State Building ist nur eines von zahllosen Glanzstücken menschlicher Architektur. Seit Jahrtausenden finden wir immer neue Wege, die architektonischen Meisterleistungen der vorigen Generation in den Schatten zu stellen.

Weberameisen haben Blätter zu einem Nest zusammengeklebt. Als Leim verwenden sie Seidenfäden, die ihre Larven produzieren. © Karmesinkoenig / CC-by-sa-3.0

Zweckmäßiges Design

Doch der Mensch ist nicht der einzige talentierte Baumeister auf diesem Planeten. Tatsächlich gibt es in der Natur eine Vielzahl von Kandidaten, die der menschlichen Baukunst in Nichts nachstehen. Denn auch Tiere errichten mehrstöckige „Hochhäuser“, legen ganze Siedlungen an, betreiben Gewächshäuser oder werten ihre Wohnung mit einer Klimaanlage auf.

Und ähnlich wie wir Menschen nutzten Tiere ihre Bauten, um sich vor der Witterung oder Fressfeinden zu schützen, aber auch um potenzielle Partner zu beeindrucken, ihren Nachwuchs sicher großzuziehen oder Beute anzulocken.

Material-Wahl

Statt auf Stahlbeton und Glasfaser-Dämmung greifen die tierischen Bauherren jedoch auf Werkstoffe der Natur zurück. So flicht die Zwergmaus ihr Nest aus Gras, während Maulbeerspinner auf edle Seide als Baumaterial für ihren Kokon schwören. Wespen produzieren aus zerkautem Holz und Speichel sogar eine Art Papier, aus dem sie ihre Nester bauen. Und die Weberameisen kleben Blätter ihres Heimatbaumes zu kleinen Behausungen für ihre Kolonie zusammen, wobei sie ihre Larven als „Klebepistolen“ verwenden.

Korallenriffe bieten Fischen und zahlreichen anderen Unterwasserbewohnern Schutz und Nahrung. © Fascinating Universe / CC-by-sa-3.0

Doch auch härtere Stoffe werden in der Natur als Baumaterial eingesetzt. So formen Steinkorallen die Unterwasserlandschaft nachhaltig durch ihre gewaltigen Riffbauten. Inseln und Archipele wie das Bikini-Atoll oder das Great Barrier Reef verdanken ihrer Bautätigkeit erst ihre Existenz. Die Korallenriffe sind das Ergebnis von der Arbeit unzähliger Generationen von Korallentieren – ein echtes Gemeinschaftswerk. Dabei nehmen die Korallentiere im Wasser gelöste Calcium-Ionen auf und bauen daraus ein Kalkskelett aus Calciumcarbonat. Im Laufe von Jahrtausenden und Jahrmillionen entstehen so gigantische Korallenriffe.

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Doch egal, ob nun sanfte Seide oder kantiger Kalk: Die Natur hat eine Vielzahl begabter Baumeister hervorgebracht und wir Menschen können uns bei ihren Leistungen und Erfindungen noch einiges abschauen. Immerhin errichten die Tiere ihre Bauwerke ganz ohne Bagger und Kräne – und stehen uns Menschen manchmal trotzdem in Nichts nach.

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Christian Lüttmann
Stand: 24.03.2017

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Tierische Architekten
Faszinierende Bauwerke aus der Natur

Grenzenlose Vielfalt
Jede Tierart hat ihren Baustil

Alle unter einem Dach
Die WG der Webervögel

Tierische Mega-City
Eine Stadt unter der Erde

Klima-Konstrukteure
Das Belüftungssystem der Termiten

Ein wahrer Paradiesvogel
Dekowahnsinn in der Liebeslaube

Die Seen-Macher
Biber als Landschafts-Gestalter

Verhüllungskünstler
Diese Raupen spinnen

Klappe - und Action
Eine gefräßige Höhle mit Tür

Verloren in der Löwengrube
Ein Trichter aus Sand ist der Schrecken von Ameisen

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