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Gletscher unter den Augen der Forscher

Mit Radar durch Wolken und Nacht

Die Gletscher und besonders die größten unter ihnen werden nicht nur vom Klima beeinflusst, sondern sie greifen auch selber in das Klima ein. Um die Rolle der Eiskappen und Gletscher im Klimasystem besser zu verstehen, nutzen Gletscherforscher heute moderne Radaraufnahmen. Mit ihnen können die Eis-Verhältnisse auf der Erde auch durch die Wolkendecke hindurch beobachtet werden.

Radaraufnahme eines Gletschers © DLR/CC BY 3.0

Ein solches wetterunabhängiges Gletscher-Monitoring liefert den Wissenschaftlern selbst über wolkenreichen oder schwer zugänglichen Gebieten genügend Daten. Zudem sind die Radarbilder nicht auf Tageslicht angewiesen. Da gerade die größten Eiskappen und Gletschereisgebiete der Erde im Bereich der Pole liegen und dort über weite Teile des Jahres Dunkelheit herrscht, nutzen Glaziologen die Vorteile der lichtunabhängigen Radartechnik.

Die Radaraufnahmen und deren Interpretationen machen außerdem zahlreiche Gletscherphänomene erst sichtbar. Mit ihnen können die Forscher Schneearten unterscheiden, saisonales Abschmelzen beobachten, die Entstehung von Eisbergen verfolgen, Oberflächenmorphologien erkennen und sogar Geschwindigkeiten der Gletscher können visualisiert werden.

Beispiel „Eisberge“

Mit jedem Eisberg, der kalbt, verliert die Antarktis einen Teil ihrer Eismasse. Um genaue Daten über die Zu- und Abnahme des Antarktiseises zu gewinnen, verfolgen Glaziologen die Entstehung von Eisbergen mithilfe eines speziellen SAR (synthetic aperture radar), das kontinuierliches Beobachten ermöglicht.

Beispiel „Gletschergeschwindigkeit“

Die Bewegungen von Gletschern sind für die Klimatologen besonders wichtig. Sie sind Indikatoren für Klimaveränderungen und je kleiner ein Gletscher ist, desto geringer ist seine „Reaktionszeit“ auf veränderte Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse. Vergleichen die Glaziologen die Lage von Gletscherspalten oder anderen Oberflächenstrukturen auf zwei zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommenen Radarbildern, können sie aus den Lageveränderungen die relative Gletscherbewegung rekonstruieren.

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World Glacier Monitoring Service

Der WGMS (World Glacier Monitoring Service), ein Zusammenschluss aus zahlreichen Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen, koordiniert und bündelt alle gewonnen Informationen zu Gletscherbewegungen und dem Status des globalen Gletscherinventars. Besonders wichtig sind dabei die Informationen zu Längen- und Massenveränderungen der Eismassen, denn sie sind entscheidendes Rohmaterial für die Modelle der Klimaforscher.

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Stand: 26.03.2002

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Gletscher
Weiße Riesen auf dem Rückzug

Vom Schnee zum Gletschereis
Der Anfang

Kalben - Abbruch in den Ozean
Das Ende

Gleichzeitig vor und zurück?
Gletscher schmelzen nicht überall

Meeresspiegelanstieg
Wenn die Gletscher schmelzen steigt das Meer

Gletscher unter den Augen der Forscher
Mit Radar durch Wolken und Nacht

Wachstum oder Rückzug?
Trend der Gletscherbewegungen in verschiedenen Regionen

Wenn die Gletscher weg sind
Folgen des Klimawandels in den Alpen

Als die Gletscher weg waren
...kam das Leben wieder

Wenn der Vulkan mit dem Gletscher
Vatnajökull versus Grímsvotn

"Glacier surging"
Die schnellsten Gletscher

Gletscherseen
Von Söllen, Karen und Moränen

Die dicksten Dinger
Die Top Ten der Gletscher

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