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Serviceroboter übernehmen schmutzige und gefährliche Aufgaben

Filius macht Scheiben klar

Reinigungsroboter Filius putzt das Glasdach des Berliner Hauptbahnhofs © Fraunhofer IFF

Nicht nur in Fabrikhallen nehmen stählerne Assistenten den Menschen schwere und monotone Arbeiten ab. Serviceroboter erledigen immer häufiger schmutzige und gefährliche Aufgaben. 2006 waren weltweit mehr als 40 000 professionelle Serviceroboter im Dienst. Ein typisches Arbeitsgebiet ist die Reinigung. Roboter säubern sogar schwer zugängliche Flächen. Ein Beispiel: das Glasdach des Hauptbahnhofs in Berlin.

Ein Dach mit 8.000 Scheiben

Das Dach besteht aus mehr als 8.000 Scheiben – allein das gläserne Nord-Süd-Dach ist 200 Meter lang, das Ost-West-Dach umfasst weitere 278 Meter. Insgesamt sind 28.000 Quadratmeter (m2) zu reinigen. Für saubere Scheiben sorgt seit dem vergangenen Jahr das halbautomatische Reinigungssystem Filius. Keine leichte Aufgabe: Zahlreiche Hindernisse wie Schneefangrohre, Spannbögen und Lüftungsklappen säumen den Weg der Reinigungsmaschine, und an einigen Stellen fällt das Dach um fast 90 Grad ab. Eine breite Bürste mit langen Borsten und Sprühdüsen mit Wasser sorgen für strahlende Sauberkeit. Die Reinigungsleistung beträgt über 150 m2 pro Stunde. Zum Vergleich: Ein menschlicher Fensterputzer schafft etwa 20 bis 30 m2 stündlich.

Der Roboter ist über eine Befahranlage gesichert, eine Art Gleissystem auf der Mitte des Dachs. Von hier aus seilt sich Filius über zwei Seilwinden ab. Leitungen und Kabeltrommel versorgen ihn über die Befahranlage ständig mit Wasser und Strom. Entwickelt haben das System Forscher des Magdeburger Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF im Auftrag der Deutschen Bahn AG.

Praxistest bestanden

Reinigungsroboter haben sich in der Praxis bewährt. Seit mehr als zehn Jahren putzt ein anderer vom IFF entwickelter vollautomatischer Fassadenreinigungsroboter das Dach der 25.000 m2 großen Glashalle der Leipziger Messe.

Ein weiteres typisches Tätigkeitsfeld von Servicerobotern ist die Inspektion von Abwasserkanälen. Ein Beispiel: Die Emschergenossenschaft plant einen 51 Kilometer langen Abwasserkanal quer durch das Ruhrgebiet, das größte Wasserbauprojekt Europas. Dafür entwickeln Wissenschaftler des IFF verschiedene automatische Inspektions- und Reinigungssysteme, die im ständig mit Abwasser teilgefüllten Kanal mit Durchmessern bis zu 2,8 Meter zum Einsatz kommen werden.

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Zu den professionell eingesetzten Servicerobotern gehören neben den Reinigungs- auch Unterwasser-, Feld-, Operations-, Sicherheits- und Überwachungsroboter. Laut der International Federation of Robotics sind vor allem die zur Überwachung eingesetzten Militär- und Sicherheitsroboter sehr gefragt. Hier steigen die Verkaufszahlen am schnellsten an.

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Stand: 02.10.2008

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