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Familie Strauß

Laufvögel auf der Speisekarte

Auch in Zeiten von Rinderwahnsinn, Schweinepest

Straußenfleisch © Gut Owstin
und Futtermittelskandalen verzichten nur die wenigsten Verbraucher auf Fleisch. Verunsichert greifen sie immer häufiger zu exotischen Frischfleischquellen. Besonders das rote Fleisch der flugunfähigen Straußenvögel enthält viele Proteine, wenig Fett und Cholesterin und gilt schon seit langem nicht nur unter Feinschmeckern und Diabetikern als „gesunde Alternative“. Ob aus Namibia, Zimbabwe oder Südafrika importiert oder von den bereits zahlreichen europäischen und rund 70 deutschen Straußenzüchtern, das Fleisch der afrikanischen Laufvögel erobert langsam aber sicher die Kühlregale und Fleischtheken der Supermärkte. Sogar der Billiganbieter Aldi-Nord verkauft schon regelmäßig Straußensteaks in seinen Filialen.

Mit Haut und Federn

Doch noch vor wenigen Jahrzehnten wurde das Straußenfleisch, das eher nach einem zarten Rinderfilet als nach Huhn schmeckt, als ungenießbar verschmäht. Dabei hat man den Strauß schon seit dem Mittelalter wegen seiner großen und schönen Federn zur Zierde von Hüten und als Helmschmuck gejagt. Aus seinem Leder entstanden Handtaschen, Schuhe oder Geldbörsen. Dabei wurde der Bestand so stark dezimiert, dass die bis zu drei Meter großen Laufvögel seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf Farmen nachgezüchtet werden müssen.

Ob Hitze, Nässe, Kälte oder Schnee – der Afrikanische Strauß, vor etwa 300.000 Jahren noch zwischen Balkan, Afrika und Asien verbreitet, ist erstaunlich wetterfest und äußerst genügsam. Wie eine Herde Milchkühe picken die zutraulichen Tiere auf ihren Weiden auch im norddeutschen Raum mal, hier mal da ein paar Grashalme ab. Fressen Strauße, hört es sich an, als ob jemand über einen Kiesweg geht. Denn ähnlich wie die Moas schlucken sie kleine Steine, um in ihrem Muskelmagen das Futter besser verdauen zu können. Daneben stehen auch viele Früchte, Insekten, kleine Reptilien oder Nager auf der Speisekarte der langbeinigen Vögel, die im Buschland und den Savannen Afrikas zu Hause sind.

Straußenhenne im Profil © Gut Owstin

Echter Familiensinn

Strauße gehören neben den südamerikanischen Nandus, den australischen Emus, den ausgestorbenen Riesenvögeln (Moas) und den neuseeländischen Kiwis zu der Gruppe der Laufvögel. Diese flugunfähigen Vögel werden auch Flachbrustvögel genannt, da bei ihnen der Brustbeinkamm, die Ansatzfläche der Flugmuskulatur, ganz fehlt. Auch die stark gefährdeten, nur noch im tropischen Regenwald des australischen Bundesstaats Queensland beheimateten Kasuaren gehören zu der von Ornithologen und Wissenschaftlern als „Struthioniformes“ zusammengefassten Familie. Die Flügel dieser Vögel sind meist verkümmert und dienen wie bei der Familie Strauß oft nur noch zur Balz oder als Sonnensegel für die Jungtiere.

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Außerhalb der Brutzeit leben Strauße in großen Trupps oder mit Zebras, Antilopen und Gnus im Schutze riesiger Herden. Wie bei Hühnern hat ein Hahn mehrere Hennen, die ihre Eier zusammen in ein Nest legen. Hahn und Haupthenne brüten dann gemeinsam die rund 15 bis 30 Eier aus. Der überwiegend schwarz gefiederte Hahn nachts, die tarnfarbene erdig-braune Henne tagsüber. Die geschlüpften Jungen sind Nestflüchter und werden von beiden Eltern geführt.

Abwehrstrategien

Strauße haben lange, kräftige Beine und scharfe Krallen. Sind Eier, Gelege oder Nachwuchs durch Löwen oder andere Raubtiere bedroht, schlagen und treten die Vogeleltern mit ihren Füßen schon mal beherzt zu. Die kleinen, nach dem Schlüpfen etwa 30 Zentimeter großen Küken verfolgen dagegen eine passivere Abwehstrategie. Im Notfall ducken sie sich starr auf den staubigen Erdboden, so dass sie dank ihres tarnfarbenen Federkleides kaum zu entdecken sind.

Ein balzender Straußenhahn © Gut Owstin

Doch die wichtigste Waffe aller erwachsenen Laufvögel bleibt die Flucht. Mit einer Schrittlänge von vier Metern erreicht der Strauß eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern. Dabei können die Tiere dieses rasante Tempo für rund eine viertel Stunde beibehalten. Zu schnell für Sprinter, wie den Löwen. Und überhaupt stecken die mutigen Strauße nur im Märchen bei Gefahr den Kopf buchstäblich in den Sand…

Sie haben Straußenfleisch gekauft und wissen nicht wie man es am besten zubereitet? Rezepte zu Straußenhack, Geschnetzeltes oder Straußenfilet verraten die Züchter von Gut Owstin…

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Stand: 30.09.2003

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Flugunfähige Vögel
Kiwis, Kakapos, Takahe & Co

Vogelparadies Neuseeland
Wenn der Mensch die Natur verpfuscht

Ein Land unter Quarantäne
Arten- und Naturschutz live

Der Kiwi
Schon bald ein ausgestorbenes Wappentier?

Der Kakapo
Ein Eulenpapagei und seine Bodyguards

Die Takahe-Ralle
Wiederentdeckung einer ausgestorbenen Art

Der Moa
Für immer verloren

Dodo, Dronte, Dödelvogel
Der "Tollpatsch" von Mauritius

Pinguine
Elegante Vielflieger unter Wasser

Familie Strauß
Laufvögel auf der Speisekarte

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