Elektrisch über den Ärmelkanal - scinexx | Das Wissensmagazin
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E-Antriebe auch bei klassischen Flugzeugen

Elektrisch über den Ärmelkanal

Parallel zum Aufschwung bei Lufttaxis und Senkrechtstartern tut sich auch in der klassischen Luftfahrt einiges. Die ersten Kleinflugzeuge mit rein elektrischen Antrieben sind schon in der Luft. Wie ihre konventionellen Geschwister werden diese Maschinen von einem oder zwei Propellern angetrieben – nur dass die Motoren dahinter mit Strom statt mit Kerosin laufen.

E-Fan
Der zweisitzige Elektroflieger E-Fan bei seiner Überquerung des Ärmelkanals am 10. Juli 2015. © Airbus Larry Fisher 2010

Wettflug über den Ärmelkanal

Den Anfang machte im Sommer 2015 ein Wettlauf zweier umgerüsteter Kleinstflugzeuge: Kurz hintereinander absolvierten beide erstmals einen rein elektrisch angetriebenen Flug über den Ärmelkanal. Das einsitzige CriCri, ein nur knapp vier Meter langer Miniflieger mit zwei Propellern, überquerte am 9. Juli 2015 den Kanal von Calais aus. Damit schaffte der französische Pilot Hugues Duval mit seinem nur 200 Kilogramm schweren Kleinstflugzeug einen historischen Erstflug.

Nur einen Tag später folgte Airbus mit seinem E-Fan auf der umgekehrten Strecke – von Lydd in Südengland nach Calais. Der 600 Kilogramm schwere Zweisitzer wurde dabei von zwei batteriebetriebenen Elektromotoren angetrieben. Die 74 Kilometer legte das Elektroflugzeug in 36 Minuten zurück – und wurde dennoch in diesem Elektrowettrennen nur Zweiter. Aber immerhin: Der E-Fan ist das erste zweisitzige Elektroflugzeug, das den Ärmelkanal überquert hat.

Extra 330LE
Das rein elektrisch betriebene Kunstflugzeug Extra 330LE hat gleich mehrere Rekorde aufgestellt. © Siemens

Rekorde in Serie

Die nächste Stufe folgte im Juli 2016: Ein Kunstflugzeug des Typs Extra 330LE hob vom Testflughafen Hünxe in Nordrhein-Westfalen ab, angetrieben von einem Elektromotor der Firma Siemens. Bei einem Gewicht von nur 50 Kilogramm produzierte dieser Motor eine Leistung von 260 Kilowatt – Weltrekord. Gleichzeitig war der Zweisitzer das erste offiziell zugelassene und zertifizierte Motorflugzeug mit reinem Elektroantrieb. „Dieser Erstflug ist ein Meilenstein in der Geschichte elektrischer Flugzeugantriebe“, sagte Frank Anton, Leiter von eAircraft bei Siemens.

Wenig später, im November 2016 stellte die Extra 330LE einen weiteren Weltrekord auf – im Steigflug. Der Elektroflieger erreichte in nur vier Minuten und 22 Sekunden eine Höhe von 3.000 Metern. Das entspricht einer Steiggeschwindigkeit von 11,5 Metern pro Sekunde. Damit unterbot er den bisherigen Rekord in der Kategorie Elektroflugzeuge um mehr als eine Minute. Im Juli 2017 knackte die knapp eine Tonne schwere Extra 330LE dann gleich noch einen Rekord: Mit 340 Kilometern pro Stunde erzielte sie die bisher höchste Geschwindigkeit eines Elektrofliegers im Geradeausflug.

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Doch der Sinn dieser Flüge ist es nicht, bloß Rekorde zu knacken. Mit E-Fan, Extra 330LE und anderen Testflugzeugen wollen die Hersteller vor allem neue Technologien für das elektrische Fliegen austesten und weiterentwickeln. Denn langfristiges Ziel ist es, künftig auch größere Maschinen elektrisch in die Luft zu bringen.

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Elektrisch durch die Luft
Hybrid- und Elektro-Flugzeuge als Verkehrstrend der Zukunft

Abschied vom Kerosin
Warum Elektromobilität auch beim Fliegen kommen wird

Die Flugtaxis kommen
Elektroantrieb bei Multicoptern und Senkrechtstartern

Elektrisch über den Ärmelkanal
E-Antriebe auch bei klassischen Flugzeugen

Fliegender Kompromiss
Hybridantriebe für Verkehrsmaschinen

Wasserstoff statt Batterien
Fliegen mit Brennstoffzellen-Antrieb

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