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Eine Stadt in ständiger Bewegung

Braucht Sao Paulo den höchsten Wolkenkratzer der Welt?

Sao Paulo, die Stadt, die sich erst gut 300 Jahre nach seiner Gründung über seinen ursprünglichen Stadtkern hinweg ausgedehnt hat, ist heute auf der „Wanderschaft“. Der Moloch scheint nicht still zu stehen: Ganze Stadtteile sind im Auf- und Umbruch, sobald sich die äußeren Gegebenheiten zum Negativen – Verslumung, unzureichende Verkehrssituation,… – wandeln, verlagern sie sich einfach. So werden neue Viertel aus dem Boden gestampft, ganze Viertel wie das Finanzzentrum, ziehen um und die alten, zurückbleibenden und nun leerstehenden Viertel bieten Raum für weitere Slums. Da in Sao Paulo kein historisches Zentrum im europäischen Sinne zu finden ist, fühlt sich die Stadt keinem Stadtkern verbunden, so dass sie sich in einem langsamen Prozess immer dahin bewegt, wo es gerade für sie zweckdienlich ist. Nach Expertenmeinung wird sich Sao Paulo mit einer starken Eigendynamik alle 20 Jahre verändern und erneuern.

Das Stadtwachstum ist aber auf der anderen Seite auch räumlich begrenzt, denn vor allem im Norden ist die Beckenlage Sao Paulos ein Hindernis, Stauseen und Ausläufer des Küstengebirges behindern das Ausdehnen nach Süden hin. So erfolgt die Zersiedelung des Umlandes vorwiegend entlang von großen Verkehrsachsen. Auch die wenigen noch unbebauten Restflächen innerhalb der riesigen Stadtagglomeration werden wohl in naher Zukunft alle verschwunden sein.

Ein ehrgeiziges Projekt ist die Erbauung des höchsten Wolkenkratzers der Welt (494 Meter) in Sao Paulos „altem“ Stadtkern. Der Baubeginn des „Sao Paulo Towers“ war für Januar 2000 angesetzt, planmässig soll er bis 2004 fertiggestellt sein. Der Wolkenkratzer, der von den Designern des World Trade Centers in New York City entworfen wurde, soll Shopping Malls, eine Universität, zwei Hotels, U-Bahnstationen und ein unterirdisches Parkhaus für 24.000 Autos umfassen. Ob die Mega-City angesichts ihrer unzähligen massiven Probleme das hierfür verwendete Geld nicht für sinnvollere Projekte hätte verwenden können, als für ein derartiges Prestigeobjekt, sei dahin gestellt.

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Stand: 19.05.2001

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Mega-Cities
Fehlentwicklung oder Modell für das 21. Jahrhundert?

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