Eine Frage der Veranlagung - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Eine Frage der Veranlagung

Liegt Glück in den Genen?

Gesundheit, Geld, Großzügigkeit, Gemeinschaft – all diese Dinge beeinflussen unser Glücksgefühl. Trotzdem scheint das subjektive Wohlbefinden noch von einem weiteren Faktor abhängig zu sein. Wie sonst ließe sich erklären, dass zwei Menschen trotz ähnlicher Voraussetzungen und Lebenserfahrungen durchaus ein unterschiedliches Glücksempfinden haben können?

Wissenschaftler sind sich inzwischen einig: Unterschiede in Sachen Lebenszufriedenheit stehen auch unter genetischem Einfluss. Zwillingsstudien und andere verhaltensgenetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass jeder Mensch schon aufgrund seiner Veranlagung ein individuelles Niveau an Lebenszufriedenheit hat – eine Neigung zum Glücklich-Sein, die durch äußere Faktoren nur zum Teil verändert werden kann. Demnach wird Glück zu etwa 50 Prozent von unseren Genen bestimmt.

DNA
Etwa die Hälfte unseres Glücks wird von den Genen bestimmt, sagen Forscher. © Svisio/ thinkstock

Genetische Glücksfaktoren

Inzwischen haben Forscher sogar konkrete Genvarianten identifiziert, die für das Glücksempfinden eine Rolle spielen. Ein Beispiel für einen solchen genetischen Glücksfaktor ist das Gen für das Enzym Fettsäure-Amid-Hydrolase, kurz FAAH. „Wir haben festgestellt, dass die nationalen Anteile der subjektiv sehr glücklichen Menschen konsistent und hochgradig mit der Häufigkeit des A-Allels im FAAH-Gen korreliert sind“, berichten Michael Mikov von der Varna Universität in Rumänien und seine Kollegen.

Wie die Wissenschaftler erklären, hemmt das A-Allel des FAAH-Gens den chemischen Abbau von Anandamid. Dieser Botenstoff ist unter anderem dafür bekannt, Sinneseindrücke zu intensivieren. Es scheint daher plausibel, dass Menschen mit dieser Genvariante beispielsweise freudige Erlebnisse intensiver wahrnehmen und sich somit subjektiv glücklicher einschätzen.

Erklärung für nationale Unterschiede

Derartige Unterschiede im Erbgut könnten auch erklären, warum Deutschland trotz bester Rahmenbedingungen im internationalen Vergleich nie ganz vorne unter den Ländern mit den glücklichsten Bewohnern liegt. Denn tatsächlich ist das Glücklichmacher-Allel bei uns Mitteleuropäern weniger stark vertreten als etwa bei Nordeuropäern wie den Norwegern und Dänen – Landsleuten, die sich häufig als sehr glücklich bezeichnen.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. weiter
Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Glück
Das Gefühl aller Gefühle

Die Vermessung des Glücks
Was ist Glück – und wie misst man es?

Wege zum Glück
Was macht uns glücklich?

Eine Frage der Veranlagung
Liegt Glück in den Genen?

Blick ins glückliche Gehirn
Wie zeigt sich Glück auf neurobiologischer Ebene?

Geschmiedetes Glück
Lässt sich Zufrieden-Sein trainieren?

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

„Dreck“ macht glücklich
Bodenbakterium aktiviert Produktion von „Antidepressions-Hormon“ Serotonin im Gehirn

Abschweifende Gedanken machen unglücklich
Zusammenhang zwischen Leben im „Hier und Jetzt“ und gefühltem Glück bestätigt

Ältere Eltern sind glücklicher
Studie: Kinder als Langzeitinvestition ins Glück

Auch "Glücks-Schweiß" ist ansteckend
Positive Stimmung überträgt sich auch über den Duft unseres Schweißes

Beziehungsglück lässt sich hören
Computer erkennt am Tonfall die Erfolgschancen von Eheberatung

Dossiers zum Thema

Oxytocin - Ein Kuschelhormon mit vielen (Neben-) Wirkungen

Anzeige
Anzeige