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Eine alte Tradition

Die Renaissance des Fastens

Das Fasten hat eine Jahrtausende alte Tradition: Schon im alten Ägypten kannte man Perioden der Enthaltsamkeit, verzichtete beispielsweise auf Fleisch oder Fisch. Im Judentum und im Buddhismus wurde dem Fasten bereits früh eine reinigende Wirkung für Körper und Geist zugeschrieben. Später übernahm das Christentum diese Tradition und führte eine Fastenzeit vor Ostern ein, der Islam hat mit dem Ramadan seine eigene Fastenzeit.

Schon Hippokratets empfhgl das Fasten gegen kleinere Leiden © Wellcome Trust / CC-by-sa 4.0

Empfohlen schon von Hippokrates

Während diese Fastenperioden jedoch meist religiös-spirituell motiviert waren, stand bei den alten Griechen eher der handfeste Nutzen im Vordergrund: Hippokrates empfahl um 400 vor Christus: „Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung … und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“

Ärzte im Mittelalter und in der Renaissance griffen dies auf und verordneten ihre Patienten ebenfalls gerne Fastenkuren als Heilmittel gegen eine ganze Palette von Leiden, vom Fieber über Syphilis bis hin zu Altersbeschwerden. Im 13. Jahrhundert empfahl der französische Chirurg Guy de Chauliac das Fasten auch vor einer Operation. Antrieb für ihre Empfehlungen war die Beobachtung, dass die periodische Enthaltsamkeit manchen Patienten gut zu tun schien.

Vereinnahmt von der Naturheilkunde

In der Neuzeit wurde das Heilfasten zunächst von der modernen Medizin und der Vielzahl an neuen Arzneimitteln und Therapien verdrängt. Sie wirkten schließlich schneller und eindeutiger, und eine Tablette zu schlucken ist allemal einfacher als tagelang zu hungern. Es wundert daher nicht, dass ein Fasten als Heilmittel in der Schulmedizin kaum vorkommt und vielfach eher mit Misstrauen betrachtet wird,

In der Naturheilkunde dagegen erfreut sich das Heilfasten bis heute großer Beliebtheit. Besonders im 19. Jahrhundert entwickelten sich gleich mehrere Varianten des althergebrachten Wasserfastens, darunter das Saftfasten, das Buchinger-Fasten oder das Molkefasten. Sie alle erleben heute eine echte Renaissance – wenngleich oft nicht frei von esoterischer Verbrämung.

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Nadja Podbregar
Stand: 11.03.2016

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Fasten als Heilmittel?
Eine alte Tradition im Licht der modernen Medizin

Eine alte Tradition
Die Renaissance des Fastens

Humbug oder Erbe der Urzeit?
Warum sollte Fasten biologisch sinnvoll sein?

Mangel macht langlebiger
Von Mäusen, Rhesusaffen und fitten Greisen

Was passiert beim Fasten?
Mangel verändert Gene und Stoffwechsel nachhaltig

Fasten für Herz und Pankreas
Wo könnte Fasten helfen?

Fasten gegen Krebs?
Nahrungsentzug hungert Tumorzellen aus

Hungern erleichtert die Chemo
Weniger Nebenwirkungen und bessere Heilungschancen

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