Ein Minisatellit, der es in sich hat - scinexx | Das Wissensmagazin
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Ein Minisatellit, der es in sich hat

Die Champ-Mission

Champ © GeoForschungsZentrum Potsdam

Ein Wissenschaftssatellit der besonderen Art mit dem bezeichnenden Namen „Champ“ ist im Juli 2000 gemeinsam vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ins All geschossen worden.

Champ steht für Challenging Minisatellite Payload. Obwohl es sich um einen kleinen Minisatelliten handelt, hat seine Mission herausragende Bedeutung: Er observiert aus einer Höhe von 460 Kilometern das Gravitations- und Magnetfeld der Erde. Dadurch sollen neben den räumlichen Verteilungen beider Felder auch zeitliche Veränderungen aufgedeckt werden. Mit seinen vielfältigen Instrumenten vermisst er Vertiefungen und Erhöhungen in der Erdoberfläche, die durch unterschiedliche Masseverteilung im Erdinneren verursacht werden. Außerdem soll er Wettervorhersagen präzisieren, indem er die Atmosphäre und Ionosphäre der Erde analysiert. Diese Messungen laufen in Kooperation mit den Satelliten des GPS-Systems ab. Ihre Signale brechen sich in verschiedenen Schichten der Atmosphäre und Ionosphäre, dabei werden Informationen zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und elektrischer Ladung gesammelt.

Geoidhöhen © GeoForschungsZentrum Potsdam

Um Wettervorhersagen aufstellen zu können, müssen die Meteorologen die vertikale Verteilung von Temperatur und Wasserdampf in der Erdatmosphäre kennen. Diese wurden bisher üblicherweise mit Wetterballons ermittelt. Da diese immer nur an wenigen Orten der Erde und mit großem zeitlichen Abstand eingesetzt werden, sind die Lücken in der Bestimmung der Vertikalstruktur der Atmosphäre riesig.

An dieser Stelle hat Champ seinen großen Auftritt. Indem er die Positionssignale eines am Horizont untergehenden GPS-Satelliten empfängt, kann er durch die Brechung dieses Signals in der Atmosphäre alle relevanten Daten zu Temperatur und Luftfeuchtigkeit bestimmen, denn von diesen Parametern hängt die Brechung auch ab. Da der Minisatellit alle 93 Minuten die Erde umrundet, können diese Messwerte global gewonnen werden und so die Löcher im bisherigen Messnetz stopfen. Mit Hilfe des Geoforschungssatelliten konnten auch an Eis- und Ozeanoberflächen reflektierte GPS-Signale empfangen werden, woraus sich neue Möglichkeiten der Kartierung des polaren Eises, der Überwachung der Ozeane und der globalen Windsysteme ergeben.

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Stand: 19.03.2001

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Satelliten
Augen aus dem All

Von schnellen Sternen und Flares
Satelliten kann man beobachten

Armada im Orbit
Satelliten und ihr Nutzen

Hoch hinaus
Satelliten haben ganz spezielle Umlaufbahnen

Messgeräte und Solarzellen
Die Ausrüstung der künstlichen Trabanten

Späher aus dem All
Satelliten zur Erdbeobachtung

In den Tiefen des Weltalls
Satelliten erforschen All und fremde Himmelskörper

Immer und überall erreichbar
Satelliten erleichtern das Leben

Ein Minisatellit, der es in sich hat
Die Champ-Mission

Von Lavaströmen bis zum Packeis
LANDSAT

Radaraugen sehen auch bei Nacht
Die Kartierung der Erdoberfläche

Stereobilder der Erde
Die SRTM-Mission

Urbanisierung und Städtewachstum
Weitere Anwendungen für Satelliten

Kleine, kurze Missionen
Die Zukunft der Satellitenforschung

Diaschauen zum Thema

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