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Die Sonne heute

Ein Stern in der Mitte seines Lebens

Die Sonne steht momentan in der Blüte ihres Lebens: Sie hat die Turbulenzen ihrer Anfangszeit überwunden, in ihrem Kern sorgt die Fusion von Wasserstoffatomen für stetigen Nachschub an Energie und auch ihr „Hofstaat“ von Planeten kreist stabil in seinen Bahnen. Unsere Sonne ist zurzeit ein ganz normaler, eher ruhiger Hauptreihenstern.

Sonnenaufbau
Aufbau unserer Sonne heute. © Mputzlocher/CC-by-sa 4.0

564 Millionen Tonnen Wasserstoff pro Sekunde

Doch der stetige, scheinbar kaum veränderliche Anblick trügt. Denn auch für unsere Sonne tickt die Zeit – wenn auch nach unseren Maßstäben sehr langsam. Wie jeder Stern durchlebt sie einen Lebenszyklus, der zunächst schleichende, dann aber rasante Veränderungen mit sich bringt. Schon jetzt sind einige davon messbar. So wissen Astronomen, dass die Sonne heute rund 30 Prozent heller leuchtet und rund 300 Kelvin heißer ist als bei ihrer Entstehung vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Ihr Radius hat seitdem um rund sechs Prozent zugenommen.

Und auch im Inneren unseres Sterns hat sich einiges getan: Im Sonnenkern sorgen der immense Druck der solaren Schwerkraft und eine Hitze von mehr als 15 Millionen Grad dafür, dass selbst Atomkerne miteinander verschmelzen. Der Brennstoff für diese Kernfusion ist Wasserstoff. Pro Sekunde verwandeln sich dadurch rund 600 Millionen Tonnen Wasserstoff in Helium und in Energie, die größtenteils als Strahlung und Wärme ins All hinaus entweicht.

Dadurch verliert die Sonne pro Sekunde vier Millionen Tonnen ihrer Masse – im Jahr sind dies rund 130 Billionen Tonnen. Gemessen an ihrer Gesamtmasse von 1980 Quadrillionen Tonnen ist dieser Massenverlust allerdings minimal.

Kernfusion nimmt zu

Weitaus folgenreicher ist dagegen der Verbrauch des solaren Wasserstoff-Brennstoffs: Seit der Zündung ihrer Kernfusion hat die Sonne schon etwa die Hälfte des Wasserstoffvorrats in ihrem Kern verbraucht. Wenn jedoch im Kern die Wasserstoffdichte absinkt, verringert sich der nach außen gerichtete Strahlungsdruck der Fusion. Dadurch kann der Sonnenkern dem Eigengewicht der umgebenden Sonnenmaterie weniger gut standhalten und er wird von außen allmählich zusammengedrückt.

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Diese langsame Kontraktion ist die Ursache dafür, dass die Sonne allmählich heller und heißer wird: Weil sich dadurch Druck und Temperatur im Inneren des Sonnenkerns erhöhen, nimmt die Rate der Wasserstoff-Fusion zu. Der Sonnenofen wird dadurch im Laufe der Zeit immer weiter angeheizt. Als Folge steigt die Leuchtkraft unseres Sterns linear um rund ein Prozent pro 110 Millionen Jahren. In rund einer Milliarde Jahren wird die Sonne demnach bereits zehn Prozent mehr Strahlung abgeben als heute.

Das hat Folgen – auch für die Erde….

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Wenn die Sonne stirbt
Wie wird unser Sonnensystem enden?

Die Sonne heute
Ein Stern in der Mitte seines Lebens

Eine Welt ohne Wälder
Der Anfang vom Ende unseres Planeten

Das Ende des Lebens
Als wenn die Evolution rückwärts laufen würde

Wüstenplanet Erde
Der blaue Planet wird braun

Alles verschlingender Gigant
Wenn die Sonne zum Roten Riesen wird

Und die Erde?
Wird unser Planet überleben?

Was bleibt?
Das Ende der Sonne und des Sonnensystems

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