Die Expedition beginnt - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Die Expedition beginnt

Mit dem Eisbrecher in die Wiege des Meereises

Am 20. September 2019 geht es los: Der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern bricht mit der ersten Crew von Wissenschaftlern und Technikern an Bord vom norwegischen Hafen Tromsø zur sibirischen Nordmeerküste auf. Dort liegt die Kinderstube des arktischen Meereises – die Region, in der ein Großteil dieses Eises gebildet wird.

Polarstern im Nordpolarmeer
Forschungseisbrecher Polarstern im Nordpolarmeer. © Stefanie Arndt/ AWI

Die Eisscholle

Dann folgt der entscheidende Schritt: „Unser Plan ist es, im offenen Wasser oder sehr dünnem neuen Meereis an einer massiven älteren Eisscholle festzumachen“, erklärt Expeditionsleiter Markus Rex. Diese Eisscholle soll nicht nur dem Schiff während der Drift Halt geben – sie liefert auch den Untergrund für ein ganzes Dorf aus verschiedenen Messtationen und Forschungs-Stützpunkten auf dem Eis.

Entsprechend wichtig ist die richtige Auswahl der Eisscholle. „Wir suchen nach etwas Großem und Stabilem. Die Scholle sollte einen Durchmesser von mehreren Kilometern haben und mindestens eineinhalb Meter dick sein“, erklärt Rex. Bei der Suche nach der richtigen „Unterlage“ wird der russische Forschungseisbrecher Akademik Fedorov die Polarstern unterstützen, auch die Hubschrauber der beiden Schiffe helfen mit.

Helikopter
Helikopter helfen der Polarstern bei der Suche nach einer geeigneten Eisscholle. © Stefan Hendricks/ AWI

Dünnes Eis

Schon im Vorfeld haben die Wissenschaftler des AWI die Lage in der sibirischen Laptewsee gründlich überwacht: „Wir beobachten die Eissituation sehr aufmerksam und haben eine Reihe neuer Datenprodukte entwickelt, die uns bestmögliche, detaillierte Einblicke in die aktuellen Bedingungen geben“, berichtet Christian Haas, der ab Mitte Dezember als Expeditionsleiter eingeteilt ist. Demnach sieht es aktuell nicht unbedingt günstig für dicke Eisschollen aus, denn das arktische Meereis ist auch in diesem Jahr stark ausgedünnt.

„Das heißt zwar, dass wir relativ einfach in unser Forschungsgebiet bei 85 Grad Nord kommen werden. Die Nähe zur Eiskante bedeutet allerdings auch, dass es schwierig wird, geeignete Eisschollen zu finden, die groß und dick genug sind, um das Eiscamp aufzubauen“, sagt Haas. „Eventuell müssen wir weiter nach Norden fahren als geplant, um die richtigen Verhältnisse anzutreffen.“

Anzeige

Ist die passende Eisscholle gefunden, macht die Polarstern an ihr fest. Sie bleibt nun das gesamte Driftjahr hindurch an diesem schwimmenden Eisfloß verankert. Mit dem einsetzenden Winter werden Eisscholle und Schiff vom wachsenden Meereis eingeschlossen.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. weiter
Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

MOSAiC-Expedition: Ein Jahr im Eis
Internationale Transpolardrift durch die zentrale Arktis beginnt

Das Vorbild
Die historische Drift-Expedition von Fridtjof Nansen

Die Expedition beginnt
Mit dem Eisbrecher in die Wiege des Meereises

Festgefroren im Eis
Der Ablauf der Driftphase

Atmosphäre, Eis und Ozean
Die Wissenschaft der MOSAiC-Expedition

In Nacht und Eis
Leben und Arbeiten unter Extrembedingungen

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Arktis: Meereis schrumpft weiter
Sommerliche Fläche des arktischen Meereises ist die zweitkleinste seit Messungsbeginn

Arktis: Eisdrift geht der Nachschub aus
80 Prozent des Meereises für die Transpolardrift schmilzt noch in der Kinderstube

Arktische Stürme verstärken Meereisdrift
Zugbahnen der Stürme nach Norden verlagert

Dossiers zum Thema

Meereis - Wimmelndes Leben in salzigen Kanälen

Anzeige
Anzeige