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Ada Lovelace, Charles Babbage und die mechanische Rechenmaschine

Die erste Programmiererin

Historisches Portrait von Ada Lovelace. © gemeinfrei

Auch in der selbst heute noch männerdominierten Mathematik und Programmierung fanden sich im 19. Jahrhundert bereits Frauen unter den Forschern. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Mathematikerin Ada Lovelace, geborene Augusta Ada Byron. Die Britin entwickelte ein Programm für eine mechanische Rechenmaschine, lange bevor der erste Computer geboren wurde: in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts.

Ihren Einstieg in die Wissenschaft verdankte Ada Byron ihrer Mutter, die selbst Kenntnisse der Astronomie und Geometrie besaß. Diese ermöglichte ihrer Tochter eine naturwissenschaftliche Ausbildung, im Zuge derer diese unter anderem die Mathematiker Mary Sommerville und Charles Babbage kennenlernte. Wie damals üblich, heiratete auch Ada relativ früh. Ihr Mann wurde der zehn Jahre ältere William King, später Earl von Lovelace. In ihrer Ehe soll Ada Lovelace in Haushalt, Finanzen und Familiengeschehen durchaus das Sagen gehabt haben. Allerdings beklagte sie sich später in Briefen bei ihrer Freundin Mary Sommerville über ihre unglückliche Ehe, die ihr neben Kinderbetreuung und häuslichen Pflichten zu wenig Zeit für ihre Mathematik und ihre Musikleidenschaft lasse. Um sich abzulenken, stürzte sich die extrovertierte junge Lovelace in das gesellschaftliche Leben, hatte mehrere Affären und nahm mit Begeisterung an Pferdewetten teil.

Ada King, Countess of Lovelace, Alfred Edward Chalon, 1840. © gemeinfrei

Aus einer Übersetzung wird ein eigenes Werk

Als Charles Babbage, mit dem sie zusammenarbeitete, an der Universität von Turin eine Vorlesung über die von ihm entwickelte „Analytical engine“, den ersten mechanischen Computer, geben sollte, fiel ihm der Artikel eines jungen italienischen Ingenieurs über eine von Babbage entwickelte Rechenmaschine in die Hände. Babbage bat Lovelace daraufhin, den Artikel ins Englische zu übersetzen und Ergänzungen zu machen. Sie beschäftigte sich über ein Jahr intensiv mit dem Skript und arbeitete dabei zahlreiche eigene Ideen ein. Später sollte dieser Artikel als eine ihrer ersten Arbeiten in „The Ladies Diary“ und „Taylors Scientific Memories“ veröffentlicht werden. Die theoretischen Aufzeichnungen und Ideen für das mechanische Rechengerät wurden aber aus Mangel an Förderinteresse seitens der britischen Regierung nie praktisch umgesetzt und über lange Zeit vergessen.

Erst 100 Jahre später, im Jahr 1953, wurden Babbages Schriften zur „analytischen Maschine“ sowie Lovelaces Aufzeichnungen wiederentdeckt und gelten seither als Vorentwürfe des ersten Computers und seiner Software. Die Software der jungen Ada enthält bereits einen Algorithmus, der heute als erster zur Berechnung von Bernoulli -Zahlen einsetzbarer gilt. Allerdings ist auch hier der Verdienst der Wissenschaftlerin Lovelace unter Historikern umstritten. Viele sprechen dabei Lovelace eine Eigenleistung ab.

Der Ansatz, mathematische Probleme mit Hilfe von Algorithmen automatisiert zu lösen, beschäftige Ada Lovelace allerdings auch in ihren letzten Lebensjahren, die sie wegen einer Krebserkrankung bettlägerig verbrachte. So versuchte sie ein mathematisch sicheres System zur Berechnung von Wettausgängen zu entwickeln, bevor sie im Alter von 36 Jahren starb.

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Kathrin Bernard
Stand: 07.12.2012

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

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