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Die Energie der Zukunft?

Mit ITER fällt die Entscheidung

Ende Mai haben die Vertreter der sieben ITER-Partner in Brüssel den Vertrag zur Gründung der für den Bau und Betrieb des internationalen Fusionstestreaktors verantwortlichen ITER-Organisation paraphiert. Bevor der Vertrag in Kraft tritt, muss er noch durch die Regierungen der Partner – Europa, Japan, Russland, die USA, China, Indien und Südkorea – ratifiziert werden, was voraussichtlich bis Jahresende geschehen sein wird.

Asdex als ITER-Vorbild © MPI für Plasmaphysik

„Wir freuen uns sehr, dass die seit November 2001 laufenden ITER-Verhandlungen endlich abgeschlossen sind“, sagte Alexander Bradshaw, der wissenschaftliche Direktor des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald. „Jetzt können die Bauvorbereitungen im nächsten Jahr beginnen. Das erste Plasma ist dann etwa im Jahr 2017 zu erwarten.“ In der Zwischenzeit bedeute ITER zahlreiche Aufträge an die europäische und damit auch an die deutsche Industrie. Ebenso könnten die deutschen Fusionsforschungseinrichtungen in Garching/ Greifswald, Jülich und Karlsruhe Aufträge erwarten.

ITER wurde seit 1988 in weltweiter Zusammenarbeit von europäischen, japanischen, russischen und bis 1997 auch US-amerikanischen Fusionsforschern vorbereitet. Im Jahr 2003 schlossen sich dem Projekt China und Südkorea an; auch die USA kehrten in die Zusammenarbeit zurück. Im Jahr 2005 kam als siebter Partner Indien hinzu. Mit einer Fusionsleistung von 500 Megawatt soll ITER erstmals ein brennendes und Energie lieferndes Plasma erzeugen. Angestrebt wird ein Energiegewinnungsfaktor von mindestens 10; das Zehnfache der zur Plasmaheizung aufgewandten Energie soll als Fusionsenergie gewonnen werden.

Nach einer Bauzeit von etwa zehn Jahren werden rund 600 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker rund 20 Jahre an der Anlage arbeiten. Die Baukosten wurden auf rund 4,6 Milliarden Euro, die Betriebskosten (einschließlich Rücklagen für den späteren Abbau) auf jährlich 265 Millionen Euro veranschlagt. Der Gastgeber Europa übernimmt rund 45 Prozent der Baukosten; die verbleibende Summe teilen sich die anderen sechs Partner. Die Beiträge werden im Wesentlichen in Form fertiger Bauteile geliefert, die in den jeweiligen Ländern hergestellt und dann zum ITER-Standort Cadarache transportiert werden.

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Stand: 01.09.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

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Facts
Das Wichtigste im Überblick

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Billig – Sauber – Gefahrlos
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